Gedächtnis, wo bist du?
Komm'se mal her. Ah, tatsächlich, es ist noch da :)
Unser Reisetag von Montréal
nach Boston verlief die meiste Zeit unspektakulär. Interimsaufregung gab es nur
an der kanadisch-amerikanischen Grenze, als die Hälfte der Insassen unseres
Busses zur „erweiterten“ Passkontrolle zitiert wurde, inklusive meiner Wenigkeit.
Ich natürlich, nicht der Franz, ich, war ja klar. Wissenschaftlerin, Historikerin,
Wirtschaftsgeschichte, 18. Jahrhundert; hm, alles sehr verdächtig. Bis zum
Schluss blieb unklar, was das eigentliche Problem des einen Grenzkontrollherrn
war. Jedenfalls, nach einer Dreiviertelstunde erhielten wir unsere Pässe zurück
(der Franz ist solidarisch mit in den Spezialwarteraum gekommen) und die Fahrt konnte
weitergehen. Für Verwunderung hat wohl auch unser Grenzübertritt in Buffalo
gesorgt. Wo? In Buffalo? Ich war nicht in B... Ah, halt, doch. Na klar. Bei den
Niagarafällen waren wir kurz im US-Bundesstaat New York... Bei mal mehr, mal
weniger Regen zuckelten wir übers Land und ab und zu ließ der Blätterhain Vermonts
das noch ausstehende Farbenspektakel des „Indian Summer“ erkennen, den Franz und
ich nun (noch) nicht gesehen haben. Über Montpellier, Hanover (ein „n“) und
Manchester (New Hampshire) ging es immer in Richtung Boston. Kreativität war
bei der Namensgebung neuer Siedlungen nicht gefragt. Doch halt, über Manchester
sind wir doch nicht gefahren. Der Fahrer fragte einmal im Bus, ob jemand dorthin
müsse und nach dem Schweigen die Antwort war, fuhren wir einfach daran vorbei.
Hoffentlich wartete kein armes Würstchen in Manchester auf eben unseren Bus...
Wie dem auch sei, wir kamen nicht zu Letzt deshalb fahrplanpünktlich in Boston
am Südbahnhof an. Tickets für die Metro und Bus gekauft und ab ging‘s „nach
Hause“. Zu meinem „zu Hause“ im gemütlichen Cambridge zu gegebener Zeit und an
anderer Stelle mehr. Wir waren also da.