Dienstag, 15. Oktober 2019

Reise (07.10.2019)

Gedächtnis, wo bist du? Komm'se mal her. Ah, tatsächlich, es ist noch da :)

Unser Reisetag von Montréal nach Boston verlief die meiste Zeit unspektakulär. Interimsaufregung gab es nur an der kanadisch-amerikanischen Grenze, als die Hälfte der Insassen unseres Busses zur „erweiterten“ Passkontrolle zitiert wurde, inklusive meiner Wenigkeit. Ich natürlich, nicht der Franz, ich, war ja klar. Wissenschaftlerin, Historikerin, Wirtschaftsgeschichte, 18. Jahrhundert; hm, alles sehr verdächtig. Bis zum Schluss blieb unklar, was das eigentliche Problem des einen Grenzkontrollherrn war. Jedenfalls, nach einer Dreiviertelstunde erhielten wir unsere Pässe zurück (der Franz ist solidarisch mit in den Spezialwarteraum gekommen) und die Fahrt konnte weitergehen. Für Verwunderung hat wohl auch unser Grenzübertritt in Buffalo gesorgt. Wo? In Buffalo? Ich war nicht in B... Ah, halt, doch. Na klar. Bei den Niagarafällen waren wir kurz im US-Bundesstaat New York... Bei mal mehr, mal weniger Regen zuckelten wir übers Land und ab und zu ließ der Blätterhain Vermonts das noch ausstehende Farbenspektakel des „Indian Summer“ erkennen, den Franz und ich nun (noch) nicht gesehen haben. Über Montpellier, Hanover (ein „n“) und Manchester (New Hampshire) ging es immer in Richtung Boston. Kreativität war bei der Namensgebung neuer Siedlungen nicht gefragt. Doch halt, über Manchester sind wir doch nicht gefahren. Der Fahrer fragte einmal im Bus, ob jemand dorthin müsse und nach dem Schweigen die Antwort war, fuhren wir einfach daran vorbei. Hoffentlich wartete kein armes Würstchen in Manchester auf eben unseren Bus... Wie dem auch sei, wir kamen nicht zu Letzt deshalb fahrplanpünktlich in Boston am Südbahnhof an. Tickets für die Metro und Bus gekauft und ab ging‘s „nach Hause“. Zu meinem „zu Hause“ im gemütlichen Cambridge zu gegebener Zeit und an anderer Stelle mehr. Wir waren also da.