Ein geruhsamer
Tag sollte es werden. Erst ein gemütlicher Bummel durch’s „eigene“ Viertel,
dann zum Theater-, Musik-, Kino- und Veranstaltungskomplex. Bei Regen könnte
man schließlich dort unter Tage weiterlaufen ohne nass zu werden.
 |
| Im "eigenen" Viertel unterwegs. Graffiti sind überall und überall bildlich. Schmiererein gibt's selten. |
 |
| Im "eigenen" Viertel unterwegs. Montréal gilt als "europäischste Stadt" Kanadas. |
 |
| Im "eigenen" Viertel unterwegs. Kleine und etwas größere Parks gibt's überall. Freche Klettermaxe auch. |
 |
| Typisch Montréal. |
Bei
kanadischen Wintern (und Herbsten) machen Tunnelverbindungen unter der
Stadt sehr viel Sinn. Wer sich erinnert: In Minneapolis (USA) gab es solche Gänge
auch. Im Winter erscheint dort manch‘ Studi im Schlafanzug zur Vorlesung, weil
vom Bett zum Hörsaal nichts abfriert und nach der universitären Zwischeneinlage
ins Bett zurückgekehrt werden kann.
 |
| Auch Theaterkassen und Zugänge zu den Bühnen sind unterirdisch platziert. |
 |
| Jeder Tunnel ist anders, aber alle sind sie warm :) |
Bei Regen
auch machbar sollte das Museum der Bank von Montréal sein. Die Montréaler Bank
ist seit 1817 das älteste Geldinstitut britisch Nordamerikas. Das Gebäude (erbaut
1847) steht gleich gegenüber von Notre Dame, hatte an einem Sonntag aber
tatsächlich einfach zu. Interessant sind aber die Erinnerungstafeln. Eine
ältere verkündet stolz, dass in der Nähe des Place D’Armes (Notre Dame auf der
einen, die Bank auf der anderen Seite) die Gründer der Stadt auf Irokesen
getroffen sind und diese 1644 besiegt haben. Erst in diesem Jahr, am 21. Juni
wurde eine zweite Tafel angebracht, die an die vielen Versuche der Mohawk-Indianerstämme
erinnert, ihr Land zu verteidigen und die ihre Präsenz auf diesem Gebiet seit
Jahrtausenden anerkennt. Lange hat es gedauert.
 |
| Bank of Montreal. |
 |
| Erinnerungstafeln. Rechts: Sogar dreisprachig. Wir haben uns gewundert, wie man "Mohawk" wohl ausspricht...? |
Geschlendert
sind wir auch wieder durch die Altstadt, diesmal bei Tageslicht, auch wenn
Licht relativ ist :). Jedenfalls
fielen mal wieder die Baugerüste und Bauplanen auf. So ist auch das „Stadthotel“
(Rathaus) eingerüstet, nur die Bäume verdecken im günstigen Winkel die Rohr-
und Bretterkonstruktion drum herum.
 |
| "Klein Paris" wie die Altstadt von Montréal auch genannt wird. Das "Häuschen" mit Türmchen ist das Rathaus. |
 |
| Kleine Sitzecken gibt's überall in der Stadt. |
Bevor wir
zum stärkenden Kaffeetrunk übergehen konnten, musste erst ein Geldautomat
aufgesucht werden. Merke: Geld holen, wenn du einen siehst, finden ist
schwieriger. Banken an jeder Ecke wie bei uns gibt es nicht überall. Aber wir
wurden fündig und schnasselten ein Teechen und ein heißes Schokolädchen. Abends
sind wir bei „unserem“ Koreaner eingekehrt und ließen uns die Nasen einmal von
einem ganz leckeren Kimchi-Reis-Gemisch freimachen. Zum krönenden Abschluss
gönnten wir uns noch ein Schokolädchen bei „Juliette & Chocolat“. Wer richtig
Schokoladeklotzen möchte, der ist hier an der besten Adresse. In Toronto und Ottawa
heißt das Pendant übrigens „Cacao 70“. Es ist schon gut, dass es beide nicht
nach Deutschland geschafft haben :)