Freitag, 29. November 2019

Un/Thanksgiving (28.11.2019)


Das s.g. „First Thanksgiving“ fand 1621 statt. Ein Jahr nach ihrer Ankunft in der „neuen Welt“ luden die weißen Siedler die Wampanoag-Indianer ein, mit ihnen gemeinsam ihre erste erfolgreiche Ernte zu feiern und ihnen für ihre Überlebenshilfe im ersten Winter 1620 zu danken – so der Mythos. Eine Geschichte, die auf der Plymoth Plantation (Link zum entsprechenden Eintrag im Blog) weiter gehegt und gepflegt wird. Eine Legende, die nur noch wenigen (weißen) Amerikanern bekannt ist, weshalb der Tag auch nichts mehr (in der breiten Öffentlichkeit) mit den Uhreinwohnern Amerikas zu tun hat. 

„Thanksgiving“ hat seinen Ursprung in Feierlichkeiten zum Dank für eine gelungene Ernte, so weit stimmt's. In den von Spaniern und Franzosen okkupierten amerikanischen Gebieten sind diese jedoch schon für das 16. Jahrhundert belegt. In Virginia, der ersten englischen Siedlungskolonie, ist das erste dieser Art von Fest für 1607 nachgewiesen. Nach einigem Hin und Her über den „wahren“ Grund der Feier erhob George Washington am 03. Oktober 1789 „Thanksgiving“ zum staatlichen Feiertag und er erklärte, dieser Tag sei dazu da, Gott dem Allmächtigen für die Möglichkeit zu danken, dem amerikanischen Volk eine Regierung gegeben zu haben, die die Sicherheit und das Glück der Nation garantiere. Erst ein Bundesgesetz von 1941 legte das bis heute gültige Datum des Feiertages auf den vierten Donnerstag im November fest. Von amerikanischen Uhreinwohnern war in den legislativen Akten nie die Rede. 

Truthahn, Süßkartoffeln und Mais gehören allerdings zum traditionellen Speisekanon und der wiederum hat tatsächlich einen eindeutigen Bezug zu den Lebensmitteln, die die Wampanoag-Indianer den Siedlern nach ihrer Ankunft überließen, um ihnen beim Überleben während ihres ersten Winters (Winter fallen in Massachusetts häufig mit 20° unter Null streng aus) in der ihnen unbekannten Gegend zu helfen. Dieser Mischmasch aus Dichtung, Wahrheit und „nationaler Geschichtsverdrängung“ haftet diesem Festtag bis heute an. Seit 1970 „feiern“ einige Native Peoples an diesem Datum den „Nationalen Trauertag“, um an den Genozid zu erinnern, der an ihnen verübt worden ist. Seit 1975 ist auch der Begriff des „Unthanksgiving Day“ (Nicht-Dank-Gebe-Tag) gebräuchlich, an dem einige Indianerstämme ihrer Toten gedenken. Erst 2008 wurde der Freitag nach Thanksgiving zum „Native American Heritage Day“ erklärt, zum „Tag des Uhreinwohnererbes“. Für das Schicksal und Erbe der Indianer interessiert sich allerdings Niemand an diesem Tag. Der „schwarze Freitag“ ist traditionell ein freier Arbeitstag, an dem die vorweihnachtliche Shoppingsaison eröffnet wird (auch in Deutschland immer rigoroser propagiert). Um dem Shopper-Ansturm Herr zu werden, öffnen in den USA einige Großkaufhäuser bereits 0:00 Uhr ihre breiten Tore für die zum Teil vor jenen campierenden Kaufwütigen. 

Jedenfalls, um es kurz zu machen, zusammen mit meiner mittlerweile deutschen Mitbewohnerin Freya entschied ich mich für den Unthanksgiving Day: indisches Hühnchen Masala statt amerikanischem Truthahn. Statt endloser Völlerei, begaben wir uns auf einen ausgedehnten Spaziergang durch das historische Cambridge, für das ich auf meinen täglichen Unigängen nicht so den Blick habe. 

Typische Ansicht der Brattle Street in Cambridge, MA.
Das Vassal-Craigie-Longfellow-House hatte leider – wintersaisonbedingt – geschlossen. Die Vassalls hatten das „Häuschen“ 1759 errichtet. 1775-76 diente es als Hauptquartier Washingtons, als der amerikanische Unabhängigkeitskampf begann. Andrew Craigie, der erste „Apothecary General“ (so etwas wie der Oberste Militärarzt, der für die Organisation der medizinische Versorgung und Ausrüstung verantwortlich war), erwarb es 1791, bevor seine erst verschwänderische, dann verarmte Witwe es verkaufen musste. Henry Wadsworth Longfellow, ein junger Harvard-Professor, Dichter und Übersetzer von Dantes „Göttlicher Komödie“, mietete 1837 erst zwei Räume, fünf Jahre später bezog seine Familie das ganze Haus. Seine Nachkommen gründeten 1913 eine Stiftung und die erhaltenen historischen Räume – von denen wir leider keinen gesehen haben – wurden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Komplex aus Wohnhaus, Kutschhaus und Garten zählt zu den besterhaltensten Residenzen der ehemaligen „Tory Row“, einer Wohngegend vieler „Loyalisten“, also Gegnern der kolonialen Unabhängigkeitsbestrebungen. 

Vassal-Craigie-Longfellow-House. In meiner Wohngegend gibt es auch die Vassal Lane, die Craigie Street und den Longfellow Park.
Auch das Ruggles-Fayerweather House gehört zu dieser Illustren Geraden erhaltener historischer Gebäude an der häutigen Brattle Street. Die Straße führt unmittelbar zum Harvard-Square und ist bis heute eine schnieke Gegend. Errichtet wurde das Haus von George Ruggles, einem Plantagenbesitzer in Jamaika. In den 1770er geriet er in finanzielle Schwierigkeiten und musste das Haus an Thomas Fayerweather verkaufen, den ich schon mal als Namensgeber meiner gegenwärtigen Wohnadresse erwähnt habe. Im Gegensatz zum Longfellow-Museum, werden alle anderen der historischen Gebäude heute noch bewohnt. 

Ruggles-Fayerweather House
Bevor wir jedoch dort anlangten, mussten wir an einer Gruppe von um die zwölf bis fünfzehn TRUTHÄHNEN vorbei, die zwar nicht kopflos, aber doch planlos durch Cambridge flüchteten (?). Vor welchem Backofen erschloss sich uns nicht. Komisch wäre dieser Anblick an jedem anderem Tag auch gewesen, aber an diesem war er schon bizarr. 

Truthähne
Im Geiste des Un-Dankes wird auch auch das „anti-colonial dinner“ bei Israel am Freitag stehen. Mein mexikanischer Kollege, Leser von Friedrich Engels „Der Ursprung der Familie, des Privateigenthums und des Staats“ (1884) aus dem er gerne zitiert, läd zum gemeinsamen mexikanischen Abendbrot aller „Global Fellows“, von dem ich ja eine bin. 

Freitag, 22. November 2019

Pittsburgh III, Washington und Baltimore (13.-15.11.2019)

13.11.2019
In seiner Late-Show vom 12. November (Satiresendung spät am Abend) verkündete Stephen Colbert, dass in New York City die Temperaturen innerhalb von nur 24 Stunden um mehr als 20 Grad gefallen seien. Das kann ich auch für Pittsburgh bestätigen, schließlich sind Jan und ich am 11. noch im leichten Pullover unterwegs gewesen, am 12. haben Wioletta und ich dick eingemummelt bei Schneetreiben die Stadt erkundet. „Es ist so kalt, das Empire State Building ist von 102 auf nur noch 63 Stockwerke geschrumpft“, so Colbert weiter.

Originalzitat: “In New York it dropped 40° in 24 hours. It is so cold the empire state building shrunk from a 102 stories to 63.” (Stephen Colbert, 12.11.2019)

Nun ja, geschrumpft bin ich zum Glück nicht :). Meine gesamten 163 cm Höhe wurden zum Geburtstag beglückwünscht. Es gab Schokokuchen mit Kerzchen und einen warmen Joggingpullover für mich! Nun bin ich schon zwei Mal mit „Pitt“ (Spitzname der Universität Pittsburgh) im Harvard’schen Einzugsgebiet joggelnd unterwegs gewesen. Danke!

*.* und Jan
Bevor mich Jan und Wioletta zum Flughafen brachten, spazierten wir noch gemeinsam durch den verschneiten Frick-Park – bei fantastischem Sonnenschein! Kalt blieb’s trotzdem; war nur nicht so schlimm, weil es nicht quer windete. Das Parkgelände wurde von dem Industriellen Henry Clay Frick 1919 angekauft. Er gründete auch eine Stiftung, um den zukünftigen Park zu erhalten. Das Stiftungsvermögen von zwei Millionen US-Dollar gab er wohl nicht ganz freiwillig her, seiner Tochter zu liebe bewilligte er sie aber schließlich doch. Mit der Zeit wurde der Park zu einem weitestgehend naturbelassenen Fleckchen in Mitten der sich rasch industrialisierenden Stahl-Stadt. Heute ist er so eine Art Stadtwäldchen zum Spazierengehen. 

*.* und Wioletta
Wioletto i Jan: Dzięki za wspaniałe dni! Do zobaczenia :)

Völlig unspektakulär ging’s für mich weiter nach Washington D.C. Leicht verspätet, schon im Dunkeln und bei Nieselregen kam ich in der Hauptstadt an. Mit der Metro zum Dupont Circle und zu Fußens zum Hotel. Licht aus.  

14.11.2019
So unspektakulär wie der Tag zuvor zu Ende ging, ging der nächste weiter und blieb es auch. Völlig erwartungsgemäß konnten die versammelten Historiker*innen am „Deutschen Historischen Institut“ nichts mit meinem Thema anfangen. Entsprechend mau viel die Diskussion im Anschluss aus. „Ob denn Schlesien nicht eigentlich doch peripher wär‘, wie Wallerstein es in seinem Weltsystem beschrieben hat?“. Einige laufen eben mit Scheuklappen und Ohrstöpseln durch die Wissenschaftslandschaft... Da der Tag grau und regnerisch blieb, blieb ich in der Institutsbibliothek sitzen... Ich habe meine Pflicht gegenüber meinem Geldgeber getan und mein Projekt vorgestellt, deshalb der Umweg über Washington...    

15.11.2019
... sonst wäre ich nämlich gleich nach Baltimore weiter gefahren. Eine knappe Zugstunde liegt die Hafenstadt von Washington entfernt. Die Rassentrennung hat bis heute Spuren hinterlassen. Seit 1904, als ein Großbrand die Stadt zum Großteil zerstörte, lebt die mittlerweile über 60% zählende schwarze Einwohnerschaft in der „alten Stadt“, während sich die knappen 30% der weißen Einwohner in die Vororte zurückgezogen hat. Westbaltimore, mein Einfallstor, kann auch nicht als florierendes Stadtviertel bezeichnet werden. Viele Häuser sind deutlich am verfallen, Fenster sind mit Brettern vernagelt, die Bushaltestellen werden noch nicht einmal mit einem Bushaltestellenschild markiert. Zur Trostlosigkeit gesellt sich eine enorm hohe Kriminalitätsrate mit einer entsprechend hohe Mordrate. 

Davon habe ich freilich nichts bemerkt. Der Busfahrer hielt mit seinem Bus direkt neben mir und sackte mich ein. Wahrscheinlich sind Haltestellen nicht markiert, weil jeder an jeder beliebigen Ecke zusteigt. Ich sagte dem Busfahrer also wo ich hin wollte und wurde an der entsprechenden Ecke heraus gelassen – als einzige „Weiße“ stieg ich aus dem mittlerweile vollen Bus aus. 

Mein Ziel: Die Maryland Historical Society, ein Museum-Bibliothek-und-Archiv-Komplex. Von Verfall nix zu spüren. Eine Insel, von denen es mittlerweile immer mehr in der Stadt geben soll. Strukturwandel auf Langam. Jedenfalls saß ich den lieben langen Tag über den Frederick-Wessels-Papieren und wurde mit einem Brieffund belohnt, der belegt, dass die Firma Wessels & Primavesi schlesisches Leinen um 1800 nach Baltimore importiert hatte und von dort weiter in die Karibik verschiffte, von wo sie hauptsächlich Zucker exportierten. Sogar die erwähnten Namen kann ich zuordnen. Von wegen Peripherie. Schlesien: ein Zentrum des Welthandels!

Brief vom 04. April 1801
Und nun wisst ihr auch, warum ich jedes Jahr eine neue Brille brauche...
Zurück zur Straßenecke, Pfötchen raus. Mit dem Bus zum Bahngleis und zurück nach Washington. Licht aus. 

16.11.2019
Zum Flughafen. Natürlich mit Schienenersatzverkehr :). Vom Flughafen. Natürlich mit Schienenersatzverkehr :). Egal, meine rosa Wände mit Blümchentapete haben mich wieder. Und warm-schick angezogen bin ich gleich eine Runde um‘ Teich laufen gegangen – übrigens bei herrlichstem Sonnenschein!  

Fresh Pond (Handy)
Pitt (Handy)

Mittwoch, 20. November 2019

Pittsburgh II (12.11.2019)


Am Frühstückstisch sah es noch nach einem schönen Tag aus. Kalt zwar (-11°C!), aber klar. Während der Busfahrt ins Zentrum zog es sich immer mehr zu und es fing zu schneien an – und zwar quer aus allen Richtungen! Jedenfalls war die Brille permanent zugeschneit und ich Nix-Blick, musste öfter mal meine Scheiben frei wischen. Trotz dieser widrigsten Umstände bescherte mir Wioletta einen - in gewisser Weise - einzigartigen Stadtrundgang durch das – wen wundert‘s – wie leergefegte Pittsburgh. Jan saß währenddessen im geheizten uniglichen Seminarraum :). Da meine Pfoten nun aber gar nicht warm waren, hielt sich meine Fotografierwilligkeit in Grenzen. Das Bildmaterial zur Stadt fällt dementsprechend mau aus.  

Von Downtown stiefelten wir gleich – und das nicht zum einzigen Mal an diesem Tag – über eine der vielen Stahlflussbrücken der Stadt. Wir querten die Smithfield Street Bridge über den Monogahela River. Mit der „Monongahela Incline“, der ältesten sich noch in Betrieb befindlichen Personenstandseilbahn in den USA, tüffelten wir hoch auf den Berg Washington, von dem man einen tollen Blick auf das Stadtpanorama haben soll. Die steilbergaufwärts fahrende Bergbahn nahm 1870 ihre Fahrten auf, um auf den „Kohleberg“ hinauf und hinunter zu kommen. Es sollen deutsche Einwanderer gewesen sein, die die Idee zum Bau des Transportmittels angeregt hatten, um eine besserer Anbindung ihrer Wohngegend hoch oben nach unten ins Tal zu bekommen. Ähnliche Steilseilbahnen waren zuvor schon in der Kohleförderung genutzt worden. 

Monongahela Incline. Im Hintergrund die Smithfield Street Bridge nach Downtown im Nebel
Oben – aber nicht ganz oben – angekommen, kehrten wir erst einmal auf eine heiße Schokolade und Latte ein. Als Wioletta einen Sonnenstrahl durch Fenster entdeckte, rissen wir uns von unserem Tischchen los und gingen zielstrebig zum Ausguck, von dem man, wie gesagt, einen tollen Ausblick auf die Pittsburgher Skyline haben soll. Für gerade Mal zwei Minuten verbesserte sich die Sicht, danach zog sich die Nebelsuppe wieder zu und es schneite munter weiter. Die zwei Minuten reichten jedenfalls nicht aus, um den Apparat startklar zu kriegen...

Panorama von Pittsburgh BEVOR es wieder völlig im Nebel verschwand.
*.* war dabei!
Mit der „Duquesne Incline“ tüffelten wir wieder vom Berg hinab und schritten über eine Autobahnbrücke (auf der Fußgängerseite, na klar) wieder Richtung „Stadtzentrum“ auf der gegenüberliegenden Flussseite. 

Die Erz- und Kohlevorkommen rund um die 1758 aus dem Fort Pitt hervorgegangenen Stadt, ließen sie im 19. Jahrhundert zum wichtigsten Standort der us-amerikanischen Stahlindustrie werden. Mittlerweile gilt Pittsburgh aber als Musterbeispiel für einen gelungenen Strukturwandel; die meisten Beschäftigten arbeiten im Dienstleistungssektor. Die sichtbaren Zeitzeugen der Stahlvergangenheit stehen als Brücken für jedermann sicht-, begeh- und befahrbar über den drei Flüssen, die sich in der Stadt „treffen“. Na ja, eigentlich vereinigen sich am so genannten „goldenen Dreieck“ der Monogahela River mit dem Allegheny River zum Ohio River.

Landspitze. Von "oben" kommt der Alleghenny, von "unten" der Monogahela Fluss. Gemeinsam fließen sie als Ohio nach "links" weiter. Die Fontäne sprudelte am "Treffpunkt" gar nicht fontainenmäßig Wasser nach oben. Die vielen Brücken sind im Dunst gerade so erkennbar.
Das „goldene Dreieck“ schenkten wir uns, es war einfach ungemütlich. Die Fontäne am Flusstreffpunkt fontanierte eh nicht mehr. Stattdessen marschierten wir im Warmhaltetempo weiter über die Roberto Clemente Bridge am PCN Park vorbei, dem Heimstadion der „Pittsburgh Piraten“ (städtischer Baseballverein). Links und rechts liegen ließen wir auch das Andy Warhol Museum und die „Matratzenfabrik“, ein Kunstmuseum. Ich wollte zum „City of Asylum House Poem“ und Wioletta suchte im Schneegstöber brav mit :). 
Ein gemeinnütziger Verein betreibt seit 2004 so eine Art Dissidentenunterkunft für politisch Verfolgte Dichter, Denker und Schriftsteller und ist ihnen bei der Heimischwerdung in den USA behilflich. Der erste von bisher sechs beherbergten Exilanten (u.a. aus Burma, Iran und Venezuela), Huang Xiang, kam aus China und verewigte einige seiner Gedichte auf einer Hauswand. Mittlerweile ist aus der Initiative eine „City“ geworden und einige buntbemalte Häuser, ein „Alphabet-Garten“ usw. sind hinzugekommen. Ein ehemals Obdachloser hat „Randyland“ und damit für sich und seinen Partner ein Heim geschaffen. Für die jugendlichen (und alle nicht mitlesenden chinesischen) Leser sei erwähnt, dass das bunte Haus mittlerweile zum Kultfotomotiv auf Instagram geworden ist. Auch so geht Strukturwandel. 

City of Asylum House Poem (Asylstadt Hausgedicht). Und ja, es war kalt!
Randyland. "Verrückter" Krimskramsgarten befindet sich hinterm Haus. Es sah eigentlich ein bisschen so aus, wie die Kunssthochschule in Lempa (Zypern). Link zur Erinnerung (etwas nach unten scrollen).
Auf jeden Fall waren wir zu diesem Zeitpunkt lange genug draußen unterwegs, um wieder irgendwo ein warmes Plätzchen aufzusuchen. Zum Glück war auch schon Mittagszeit heran und enthusiastisch bejahte ich Wiolettas Vorschlag polnische Pierogi essen zu gehen :). Wieder brücklich den Allegheny River querend fanden wir uns im Schlemmer-Distrikt (Strip District) wieder. Im „Polish Deli“ gab dann die heiß ersehnten Pierogi mit Pilzen und Kraut und auch „Krówki“ (so eine Art Karamel-Plombenzieher)

vorher
nachher
Gestärkte und gewärmt traten wir den Heimwärtsgang durch das Schneetreiben an. Zum Glück blieb von Wiolettas Ausrutscher nur ein blauer Fleck am Handgelenk übrig. „Über“ den „Polish Hill“ und den „Upper Hill“ (Stadtviertel) hatten wir die „Cathedral of Learning“ als Ziel vor Augen.
Während ich noch auf dem Unigelände blieb und mich mit einigen Bekannten traf, kehrte Wioletta in einem wohl noch schlechterem Wetter nach Hause zurück („Blizzard!“). Ich hatte da mehr Glück. Nach dem „Zeitzeugen“-Gespräch in Erinnerung an die Kristallnacht im „deutschen Zimmer“ fuhr ich mit Jan im Auto „heim“. Der Kristallnachtbezug erschloss sich einem nicht so sehr; allerdings muss man einfach auch anerkennen, dass die meisten Zeitzeugen mittlerweile „nur noch“ Kindheitserinnerungen wiedergeben können.

Cathedral of Learning wie sie so einsam über dem Unicampus thront.
Zeitzeugengespräch im "deutschen Zimmer". (Nach den Kürbissen kommen die Weihnachtsbäume!)
Das Wetter hat diesem Tagesstadtgang jedenfalls zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen :) Danke, Wioletta!