Dienstag, 30. August 2016

Bath (28.08.2016)

Irgendwen oder irgendeinen Ort verbindet jeder mit "Stolz und Vorurteil" (1813). Für Engländer ist es u.a. Bath, die Stadt, in der Jane Austen sechs Jahre lang gelebt, aber - zum Leidwesen aller Bather - nie gemocht hat. Werben lässt es sich mit ihr dennoch ganz gut :)

Zwar wusste ich um die Verbindung des Ortes zu dem Klassiker englischer Literatur, allerdings war Austens Liebesgeschichte nicht Grund genug, um einen Besuch zu rechtfertigen, da muss ein Städtchen schon mehr zu bieten haben. Ein altes römisches Bad zum Beispiel.

Paddington in Paddington.
Mit der Erfahrung des allmorgendlichen Berufsverkehrs hatte ich die Fahrtzeit am ersten Wochenendtag etwas zu hoch angesetzt und wir kamen viel zu früh am Bahnhof Paddington an. Zeit genug also, um nach "Paddington" zu suchen. Ein Denkmal des Kinderbuchhelden, ein Plüschbär, der 1958 das Glück hat am Bahnhof nach dem er benannt ist gefunden zu werden, darf schließlich nicht fehlen...

Als 10 Minuten vor Abfahrt auch klar war, dass unser Zug vom Gleis 10 abfahren würde, marschierten wir zügigen Schrittes los, weil unser Waggon natürlich gaaanz am Ende des Zuges zu finden war. Zum Glück hatte Franz Sitze reserviert, so dass wir nicht stehen mussten.

Der Wetterbericht hatte "leicht bewölkt mit sonnigen Augenblicken und Regenschauern gegen 11:00 Uhr" vorhergesagt. Danach sah es während der Fahrt allerdings NICHT aus. Die Schlafmütze neben mir konnten die tiefhängenden, grauen Wolkentürme nicht beunruhigen, ich fragte mich natürlich, ob das ein gelungener Ausflug werden würde.

Aussicht während der gesamten Zugfahrt.
In Bath angekommen, folgten wir einfach dem Menschenstrom und gelangten so zur Hauptflaniermeile des Städtchens. Cambridge war schon nicht groß und Bath ist wahrscheinlich auch nicht größer. Jedenfalls waren wir kaum auf dem Platz vor der Pfarrkirche angekommen, fing es an zu tröpfeln und wir suchten Unterschlupf in einem Cafe und ließen uns ein Küchelchen und zwei heiße Schokolädchen munden. Im Tagesverlauf klarte es einmählig auf und die Sonne hatte tatsächlich ihre Kurzauftritte. In dieser Zeit wanderten wir kreuz und quer durch die Stadt; an einigen Ecken waren wir bestimmt fünf Mal. Während der nieseligen Phasen kehrten wir irgendwo ein und ließen es uns schmecken.

Typischer Straßenzug in Bath | Bath Abbey und rechts davor der Eingang zum römischen Bad.
Das Städtchen wird heute durch die Architektur der georgianischen Epoche (ca. ab 1720er bis ca. 1820er) geprägt, als die Stadt, endgültig zum Kurort aufgestiegen, deutlich ausgebaut wurde ohne zur Großstadt zu werden. Zum Bau wurde Kalkstein aus den naheliegenden Steinbrüchen verwendet, was der Stadt ein (fast schon penetrantes) gleichförmiges Aussehen verleiht. Nur der Liebe zum Detail einiger Laden-, Cafe- oder Restaurantbesitzer und nicht zu letzt der Hanglage ist es zu verdanken, dass der Kurort einen gewissen Charme verbreitet. Allerdings scheint Bath ein gewaltiges Problem mit dem Abzug seiner Einwohner zu haben; viele der alten Wohnhäuser in den großzügig angelegten Wohnanlagen wirkten sehr verlassen...

Kleine Sträßchen mit noch kleineren Lädchen | Flusslage
So ziemlich zum Schluss stellten wir uns in die Warteschlange vor dem römischen Bad an. Kein Wunder das die sonnenverwöhnten Römer sich gerade an dem Ort niederließen und ein Bad errichteten (47 n. Chr.), an dem die einzige heiße Quelle des sonst wegen des Klimas ungeliebten Britanniens sprudelt. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Bäder wieder entdeckt und ausgegraben. Aus der Zeit stammen auch die Terrasse und die sie säumenden Figuren, damit Besucher die Bäder von oben betrachten konnten. Mittlerweile sind auch die unterirdischen Teile der Badanlage über einen Rundgang zugänglich.

Das römische Bad: unterer Teil ist "original" römisch, oberer Teil (erstes Stockwerk, wenn man so will) wurde im 19. Jahrhundert "stilecht" hinzugebaut. Im Hintergrund: Bath Abbey | Ganz rechts: heiße Quelle.
Mit gerade Mal 21,973 Schritten an jenem Tag, blieben wir deutlich unter dem Pensum vom Freitag mit 31,618 Schritten. Allerdings lag das nicht an der Laufbereitschaft, sondern an der Kleinheit des UNESCO-Weltkulturerbe-Ortes.Trotzdem, der Besuch der Bäder, auch wenn man nicht darin baden darf, sei Jedem empfohlen.

Ach ja, ein kleines Detail ist noch erwähnenswert. Der Baumeister der Kirche hat das "Erklimmen der Himmelsleitern" wohl wörtlich verstanden und die Steinmetze entsprechend instruiert:

Bath, Abbey mit kletternden Engeln.

Cambridge (27.08.2016)


Cambridge – die Universität wollten wir uns anschauen. Also, ich meine natürlich die Stadt. Oder äh… nee, eigentlich nur die Universität. Denn das 120.000 Seelen-Dorf ist im Prinzip eine Ansammlung echt britischer Reihenhausstraßen, die alle dieselbe Farbe haben (bis auf die Türen, die dafür exzentrisch bunt ausfallen) und die v.a. alle dieselben weißen Rollos vor den Fenstern haben, so dass es aussieht, als sei die Hälfte der Häuser unbewohnt.

Alsdann trabt der Tourist zusammen mit allen anderen Touristen garantiert in eines der Colleges – diesen historisch wertvollen, eckigen Höfen, in denen samt und sonders Einlass von 2 Pounds bis zu 9 Pounds verlangt wird, damit man eine Runde um den very britishen Rasen (nicht betreten!) drehen und die Fassaden bestaunen darf, um sich wieder zu schleichen. Geschlichen zu haben schienen sich auch die Cambridger selbst, denn außer den Guides in Hülle und Fülle sahen eigentlich alle in den Straßen nach Touris aus.

In eines der Colleges muss man natürlich doch rein, auch wenn man im King’s College genauso wenig von der Uni selbst sieht, wie in allen anderen. Das King’s College wurde von König Heinrich VI. im Jahr 1441 gegründet und war ursprünglich als College für Schüler des Eton College gedacht, welches ebenfalls von ihm gegründet wurde. In den letzten Jahrhunderten hat sich das College allmählich geöffnet und gehört nun wohl zu den fortschrittlichsten in Cambridge. Dort befindet sich die imposante King’s College Chapel, deren Fächerstuckdach man doch nicht alle Tage sieht.   

King's College | Kapellen
Wir drehten ein-zwei Runden durch die Altstadt, deren Colleges in einer Handvoll Straßen liegen, die in einem Halbkreis vom Fluss Cam begrenzt werden. Auf diesem tummeln sich die Punts (Gondeln), deren Profi-Punteure nicht immer einen Zusammenstoß mit Amateur-Punteuren verhindern können. Im Park dahinter gab’s auch echte Kühe, die bei manchen Touristen ebenfalls als Attraktion durchgingen. Alles in Allem ist Cambridge also überschaubar und irgendwie in der Zeit stehen geblieben, so dass es heute ein bisschen als Spielzeugstadt daherkommt.

Cambridge | Cam mit den vielen, vielen, vielen Punts darauf.

Spaziergang an der Themse (26.08.2016)

An einem schönen Donnerstagabend Mitte-Ende August sollte endlich ein lang erwartetes Ereignis eintreffen, dass unser aller chronisch tiefgefrorenes Studentenwesen für eine Woche aus dem Archiv eisen würde: Offiziell als Stadtführer für das immerhin nur ein Stündchen verspätet angekommene Schwesterchen engagiert, war ab 2.00 Uhr Freitag endlich wieder Sonne angesagt! 

Zunächst mussten wir am King’s Cross Bahnhof Muscheln kaufen gehen - in Form der Oyster-Card (also Muschel-Karte), die hierzulande für das öffentliche Verkehrsnetz genutzt wird. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, Bahnsteig 9 ¾ zu suchen, der, wie alle eingeweihten Harry-Potter-Leser wissen dürften, zum magischen Zug in die Schule für Hexerei und Zauberei Hogwarts führt.

King's Cross, Bahngleis Neundreiviertel.
Aaaalso…. Ich weiß ja nicht, warum 9 ¾ irgendwo abseits der Gleise an einer schnöden Wand sein sollte, aber mit den blöden Touris kann man es ja machen. Jedenfalls stellten sich ordentlich viele Menschen in die Schlange, um am eigens angebrachten 9 ¾ Bahnsteig-Schild mit Zauberstab und Schal zu posieren, wobei die nette falsche Schaffnerin noch den Schal hoch hält, damit es aussieht, als würde man in Richtung Wand gezogen werden. Magisch daran ist wohl nur die Tatsache, dass die Leute die Bilder davon tatsächlich für teuer Geld kaufen. 

Danach sind wir in die British National Library, um beeindruckende Originalwerke der Druckkunst aus aller Welt zu bestaunen. Erwähnte ich schon, dass Museen und Bibliotheken im Gegensatz zu den Bahnstationen hervorragende öffentliche Toiletten haben? ;) 
Pferdegarde

Alsdann ging es dank Muschel und der etwas klaustrophobisch anmutenden Londoner Metro zum Picadilly Circus. Der Plan war, bei schönstem Sonnenschein die Themse abzuspazieren. Von Picadilly ging es über St. James's Park zum Haus der Pferdegarde, wo tatsächlich zwei Bobbys auf Pferden dekorativ innerhalb der für sie vorgesehenen Einbuchtung der Mauer standen und versuchten, die Pferde trotz unerschrockener Touristen-Kinder unbeweglich und bei Laune zu halten. Damit dabei nichts schief geht, muss die berittene Streife dabei von einem Uniformierten mit Gewehr bewacht werden, ist ja logisch. 

Danach ging es über die Brücke, und wir erblickten das geschäftige Londoner Fahrwasser - Touristenschiffe, Museumsschiffe, Essensschiffe, Müllsammlerschiffe und Frachtkähne mühten sich durch die leicht fragwürdig gefärbte Brühe und verbreiteten geschäftiges Treiben. 

"Bankenviertel" | Tower of London | London Bridge
An den Ufern der Themse gibt es sehr schöne Promenaden, die natürlich ziemlich erhöht liegen und mit (von Umbaumaßnahmen gefährdeten) Bäumen bepflanzt sind. Das Volk tummelt sich in den Restaurants, Cafés, Läden und den Galerien und nutzte jede (echte und unechte) Rasenfläche, die sich bot. Findige Verkäufer hatten Liegestühle gegen Gebühr herbeigeschafft. 

Wir bestellten Spaghetti, streiften nur kurz durch das Tate Modern Art Museum und kauften lecker kandierte Paranüsse auf dem Borough Markt in der Nähe der London Bridge. Bei alldem präsentierte sich London so schön bunt, wie es sich für eine Metropole gehört. 
Viele kleine Läden sind von aufstrebenden Künstlern und Designern, die Preise ordentlich aber bezahlbar, die angebotene Ware ist mal rustikal British (Fish&Chips an allen Ecken), aber auch bedacht Bio-, Öko- und garantiert alles-frei (Laktose, Gluten, Konservierungsmittel?) und die Inder, Chinesen, Thailänder, Syrer und Nepalesen stecken auch in allen Ecken.
Die Leute auf den Straßen sind vor allem bunt und zu 80% vollkommen stillos, aber mit einer Selbstverständlichkeit, dass es nach dem ersten Schock schon nicht mehr auffiel. Dabei ist natürlich fragwürdig, wie viele Engländer sich tatsächlich im Gewimmel versteckten, denn so viel Englisch hörten man auch nicht, dafür sehr viel Deutsch und Polnisch.   

Cookies!
Wir waren uns für den ersten Tag meines Aufenthalts einig: Wir wollten zwar die britische Atmosphäre genießen, nicht jedoch das britische Essen und so waren ein echt-britischer Cookie und ein Brownie eine gute Lösung zur Akklimatisierung. So eine Zucker-trifft-Fett-Bombe, wenn sie einzeln auftritt, kann dann abends immerhin mit selbstgemachtem Salat wieder neutralisiert werden.

Meine Füßchen schlichen schon sehr schleichig über die London Bridge hin zum Tower, denn meine Alle-10.000-Schritte-eine-Pause-Regel wird hier ständig missachtet und meine Ermattungserscheinungen nur müde belächelt. Wahrscheinlich tankt Schwesterherz momentan Sonnenlicht oder so. Den Tower schauten wir uns angesichts der Eintrittspreise nur von außen an. Außerdem sieht der Tower an einem strahlenden Sommertag irgendwie nicht sehr towerig-schaurig aus und so fehlte der fein geputzten Spielzeugburg doch irgendwie der Flair.

Tower of London
Dann brachten mich meine Knochen nur noch bis zur St-Pauls-Kirche, wo wir dann endlich in einen Bus heimwärts stiegen. Dabei war ich schon so geschafft, dass ich ganz vergaß, mich im Doppeldeckerbus oben hin zu setzen. Das muss noch nachgeholt werden. 

St. Paul | Geschafft...

Montag, 29. August 2016

Bei Rothschilds zu Besuch (22.08.2016)

An jenem Montag machte ich mich voller Hoffnung zu Fuß zum Metropolitan Archive (Stadtarchiv) auf. Ein kleines, aber feines Archiv, etwas versteckt, aber in meiner näheren Umgebung gelegen. Sechs Stunden später war klar, hier würde ich auch nicht fündig werden. Es ist zum verrückt werden!

Nach so viel Misserfolg, war ich froh, schon etwas früher gehen zu können, um nicht zu spät zu meiner Verabredung zu kommen. Getroffen habe ich mich mit Melanie, ihres Amtes Direktorin des Rothschild Archivs in London. Zwar haben die Rothschilds vorwiegend im Berg- und Eisenbahnbau, natürlich auch im Bankwesen, ihr Geld angehäuft, und das auch erst in Mengen im 19. Jahrhundert, die Familie ist daher für mich und mein Thema uninteressant, aber das hielt mich nicht von einem Treffen ab.

Ich kam in den Genuss einer Privatführung durch die Räumlichkeiten des Archivs; dem Gebäude, welches exakt an der Stelle steht, an dem sich auch schon die Geschäftsräume des Londoner Familienzweiges der reiches, ursprünglich aus Frankfurt am Main stammenden Familie, befanden. Weder das Äußere, noch die Inneneinrichtung des Archivs heben sich dezidiert von den benachbarten Bankfillialen und Finanzzentren ab. Lediglich der "Platz", in dem Fall der "freigelassene Platz", geben Jedem zu verstehen, dass Geld offensichtlich keine Rolle bei der Unterhaltung des Familien- und Firmenarchivs in der City of London spielt. Mietpreise in der Stadt sind astronomisch, von Wohnungspreisen ganz zu schweigen. Aber das Archiv begrüßt jeden Besucher in einer weiträumigen Vorhalle, in der lediglich fünf Ledersessel, zu einem Halbrund um ein Tischchen angeordnet, stehen, sonst nichts. Wenn Geld stinken würde, dort würde man es nicht aushalten...

Melanie ist aber ganz normal, sehr nett und hilfsbereit. Vom Glasdach, dem weit und breit höchsten, konnte ich ungehindert über die Dächer der Stadt hinwegblicken und Melanie wusste auch zu jeder Ecke noch etwas zu berichten. Wieder auf Erden angekommen, gingen wir in den Lese- bzw. Arbeitsraum, den ForscherInnen benutzen, wenn sie in die umfangreichen Unterlagen Einsicht nehmen. Aus Sicherheitsgründen durfte ich nicht fotographieren, aber hier hat Frau Direktor eine Ausnahme gemacht :)

Links: Boxen, in denen Leopold de Rothschild, Miss Alice de Rothschild, N. M. Rothschild & Sons usw. ihre Unterlagen aufbewahrt haben | Rechts: Leseraum mit Büchern über die Rothschilds, aber auch mit Büchern, die von den Rothschilds selbst verfasst worden sind. Außerdem mit Büchern zum Britischen Finanzwesen und über Philantrophie.
Zum Abendessen wurde ich eingeladen :) Wir gingen gar nicht weit; eigentlich nur mehr über das kleine Sträßchen und speisten in einer ehemaligen Weinhandlung, bei der schon Rothschilds Kunden gewesen sind.

Am Morgen darauf hatte ich Post im Mailkasten: Melanie hat ihre Kontakte spielen lassen und nun suchen wohl einige Archivmitarbeiter nach schlesischen Leinenkaufleuten - mal sehen, ob sie fündig werden. Danke!

Dienstag, 23. August 2016

Junge, moderne Kunst und alte, sakrale Kunst (18. und 21.08.2016)

Am Donnerstag hatte ich mir einen vorzeitigen Feierabend redlich erfroren und habe mich mit Kathrin vor der "Tate Modern" getroffen. Die Gallerie umfasst Kunstwerke moderner und gegenwärtiger "Kunst". Was Kunst ist und was sie nicht ist, darüber lässt sich bekanntlich sehr gut streiten oder eben doch den Kopf schütteln. So blieben mir Sinn, Aussage und/ oder Zweck einiger Bilder, Skulpturen und Objekte auch dann noch verborgen, nach dem ich Rat beim Begleittext eingeholt hatte.

Allerdings gab es natürlich die ein oder andere Sache, mit der sogar ich Kunstbanause etwas anfangen konnte und die ich als "sinnvoll" oder auch als "aussagekräftig" einstufen würde. So zum Beispiel "Babel 2001" - ein Turm, der aus lauter Radios zusammengebastelt wurde. Da kann man der Interpretation freien Lauf lassen und so zu einigen Schlüssen kommen. Auch die "Plakate" der feministischen Gruppe "Guerrilla Girls", die in den 1980er (und bis heute) auf die Diskriminierung von Frauen in der Kunstszene aufmerksam machte, transportieren eingängige und eindeutige Botschaften (eigentlich eine Schande, dass sie immer noch aktuell sind).

Tate Modern | Babel 2001 | "Müssen Frauen nackt sein, um ins Met. Museum [New York] zu können? Weniger als 5% der Künstler sind Frauen, aber 85% der Nackten sind weiblich." (1989, Collection Tate). Die Gorillamaske ist das Markenzeichen der Truppe (also wer da noch nicht selbst drauf gekommen ist, der weiss es jetzt.)
Das Gebäude der "Tate", ein ehemaliges Kraftwerk, böte noch viel mehr Raum zur Entfaltung von viel mehr, aber es ist erstaunlich wenig oder auch beliebig drin oder... Na ja, wer's mag. Später schlenderten wir gemütlich zur Tower Bridge und dann am Tower vorbei wieder zurück und genossen einen Burger zum Abendbrot. Ein gelungener Tag!

Bei angenehmen Temperaturen genießen einige Londoner die einträchtige Ruhe am Flussufer, bevor sie sich in die U-Bahn stürzen, um nach Hause zu fahren. Im Hintergrund: The Shart.

Am Freitag und Sonnabend dann mein übliches Programm: Fahrt nach Kew zum Nationalarchiv und bei Bibbertemperaturen NIX finden :(  SUPER. Auf dem Nachhauseweg dann auch noch Prasselregen (Hey, es regnet!). Ich also Unterschlupf auf der U-Bahn-Station gesucht und mir die Werbung angesehen. Was soll ich sagen, Werbung funktioniert doch! Salisbury sieht aber auch wirklich zu schnuckelig aus... Ich also Zugtickets von der Waterloo Station nach Salisbury für Sonntag erstanden. Hm, Stonehenge ist da gar nicht mehr weit? Warum nicht, Eintrittskarte für den wohl berühmtesten prähistorischen Steinhaufen wurden also auch noch gekauft. Plan war fertig geschmiedet :) Der Gedanke, dass es auch am morgigen Tag regnen könnte, kam mir erst zu Hause... Clever, echt clever.

Der Sonnatg begann dann tatsächlich auch grau in gräuer, aber als ich bei der Liverpool Station ankam, luckte schon mal die Sonne durch. "Liverpool Station" fragt ihr euch? Wo doch der Zug von der "Waterloo Station" abfährt? Ja, diese Frage habe ich mir wohl 100 Mal gestellt, als ich zähneknirschend mit der U-Bahn wieder durch halb London gefahren bin und natürlich den Zug 09:15 verpasst habe. So fangen Sonntage an!

Ziemlich angefressen wartete ich auf den nächsten Zug, nun am richtigen Bahnhof, und konnte sogar mein Ticket benutzen. Es war wieder alles gut. Meine Eintrittskarte für einmal Steinkreis galt für 12:30 Uhr; nun, das würde zwar knapp werden, aber auf alle machbar. Fast pünktlich fuhr der Zug am Bahnhof in Salisbury ein, ich fand gleich den Bus, stellte mich brav an und WUMMS! Türen zu und ab der Bus. HÄ??? Wie jetzt? Jo, der nächste komme gleich. Eine halbe Stunde später wusste ich, dass ich ein anderes Verständnis von "gleich" habe. Eine Stunde später war ich wieder, nun ja, nicht gerade "amused".

Es war 13:15 Uhr als ich endlich im Bus saß und mich schon mal auf eine Diskussion wegen eines "ungültigen" Tickets am Eingang einstellte. Zumindest letzeres hätt' ich nicht gebraucht. Ohne auch nur zu murren oder mit der Wimper zu zucken, wurde ich sofort eingelassen und zum nächsten Shuttel, direkt "to the stones" (zu den Steinen), gelotst. Schade, ich wäre eigentlich gerne gelaufen, aber aus Zeitgründen habe ich es doch bleiben lassen, schließlich wollte ich auch noch Salisbury erkunden.

Und das ist er nun: Der Steinkreis, zu dessen Zweck viele Hypothesen in noch mehr Büchern formuliert wurden, dessen Funktion letztlich aber immer noch nicht geklärt ist. Tempelanlage, Sonnenobservatorium oder doch "nur" Grabanlage? Wahrscheinlich wird man es nicht herausfinden...

Stonehenge, Steinkreis
Und sonst gibt es auch nicht viel zu sehen. Also, es gibt natürlich noch mehr Steine und Hügel und Hügel und Steine, neben und auf noch mehr, ja richtig, Hügeln und Steinen. Da sich der Himmel dann aber doch zuzog, habe ich beschlossen die Hügel und Steine hinter mir zu lassen und mit dem Shuttel und dem Bus zurück in die Stadt zu fahren. mich beschlich nämlich auch der Gedanke, dass die weltberühmt Kathedrale schon 17:00 Uhr schließen könnte, wie so vieles sonntags in England um diese Uhrzeit schließt (der Feierabend sei den Leuten gegönnt).

Die Kathedrale von Salisbury wurde im 13. Jahrhundert erbaut (Baubeginn 1220) und das auch noch recht schnell (Weihung erfolgte 1258, Bauende wird um 1310 datiert) - Heinrich III. (1207-1272) ließ den Geldhahn nie versiegen und so konnte ohne Unterbrechungen gewärkelt werden. Zum Glück hatte der Mann ein laaanges Leben. Der Turm, der höchste Kirchturm in Groß Britannien, wurde etwas später errichtet. Damit ersetzte dieser Sakralbau im Stil der englischen Gothik den romanischen Vorgängerbau.

Kathedrale von außen und innen | ausgestellte Glaskunst; Leitthema war "Reflexion" | Kreuzgang
Leider, leider verpasste ich die Öffnungszeit der "Magna Carta". Als eine der noch vier erhaltenen Originalabschriften ist sie in einem separaten Raum ausgestellt und kommt man zu spät, hat man Pech gehabt, denn dann bleiben die Türen verschlossen. In der so genannten "Urkunde der Freiheit" sind alle Privilegien festgeschrieben, die der Adel dem König, Johann Ohneland, 1215 abgetrotz hatte. Ich würde zwar nicht so weit gehen, wie viele Engländer, die in ihr die ersten verbrieften "Menschenrechte" sehen, aber immerhin wurde in ihr u.a. geregelt, dass jeder "freie Mann" nicht ohne einen Gerichtsprozess "von seines Gleichen" inhaftiert, enteignet oder verbannt werden dürfe. Sprich, der König büßte seine Gerichtshoheit ein; aber eben nur über die "freien Männer". Die Mehrheit stand damit also immer noch unter der Knute, was dem Adel eigentlich auch nur Recht sein konnte :)

Ungefähr ein Jahr nach Baubeginn des Gotteshauses erhielt die Siedlung "nebenan" Stadtrechte und Salisbury (New Sarum) erschien auf der Landkarte. Da die Industrialiserung fast völlig spurlos an dem Örtchen vorbeiging, verschandelt eigentlich kaum etwas den alten Stadtkern. Auch wenn hier und da natürlich Baulücken ausgemauert wurden, so sind es doch zumindest keine Betonklötzer die das Bild trüben.

Salisbury; Stadtmitte mit Marktkreuz und vielen kleinen schief-schrägen Häuschen.
Das Marktkreuz kennzeichnet den Marktplatz als solchen. Was in Wismar also die Wasserkunst ist, ist in Salisbury so eine Art Pavillon aus dem 15. Jahrhundert (Bild oben, mitte). Hat es geregnet, konnten die Händler ihre Waren flux unterstellen. Als ich dort vorbei spazierte, wurden nicht etwa Obst, Gemüse oder Flatterviech ins Trockene gebracht, wohl aber die Mopeds und andere zweirädrige Miefschleudern, deren Herrchen nicht nass werden wollten. Der Regen hatte mich eingeholt.

Die sonnigste Zeit des Tages habe ich also auf den Bus wartend verbracht. Die Rückfahrt dauerte laut Handyuhr genauso lange wie die Hinfahrt, fühlte sich stehend aber länger an, komisch. Erst in der U-Bahn nach King's Cross wurden meine schreienden Lymphen ruhig gestellt... Rückblickend viel Fahrerei und Warterei für einen kurzen Sonntagsausflug, aber immerhin, Salisbury lohnt sich für eine Stippvisite und wenn die Sonne scheint, kann man sehr schön Käffchen trinken; überall.

Sonntag, 14. August 2016

Hyde Park (14.08.2016)

Tja, wenn das Wochenende auf einen Tag schrumpft, kann auch nicht ganz so viel gesehen werden, wie an zweien. Wenn der Sonntagmorgen auch noch grau und trüb und etwas kühl daherkommt, kann einem die Lust, den Hyde Park zu erwandern, auch vergehen. Wieder ein überfülltes Museum aufsuchen, wollte ich definitiv nicht, also beschloss ich die kleinen Dinge zu regeln, zu denen mir während der Woche immer die Zeit gefehlt hat: Wäschewaschen, größer einkaufen (die Läden haben schließlich offen), Handyguthaben wieder erneuern, Dateien auf dem Compi ordnen, damit ich den Überblick über die bereits durchgesehenen Archivalien nicht verliere, Nudeln kochen :)

Nach dem Mittag wollte ich dann schon fleißig weiter machen, als dann doch die Sonne hervorgekrochen kam und mir frech ins Gesicht schien. Nach kurzem Hin und Her, hab' ich mir ins Gedächtnis gerufen, dass Sonntag ist und bin dann doch zum Hyde Park gefahren.

Der Park hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Im 16. Jahrhundert wurde der Park von einem Mönch bewirtschaftet, um als Jagdrevier für Heinrich VIII. herhalten zu können. Im 18. Jahrhundert avancierte er zum beliebten Duellaustragungsort; außerdem wurden an einem Dreiecksgalgen, der "Platz" für 24 Personen bot, öffentlichkeitswirksam Hinrichtungen ausgetragen. Allerdings wurde schon zu Beginn des Jahrhunderts den Torwächtern verboten, Schnapps an Besucher zu verkaufen, damit es "gesittet" zugeht. Beliebtheit erlangte auch der "Speakers Corner" (Redner Ecke), der zunächst Ort der letzten Worte der zum Tode durch den Strang verurteilten diente, später aber auch Karl Marx oder Lenin eine Plattform bot, ihre Gedanken vorzutragen. Die Red(n)e(r)freiheit wird durch einen Parlemantsbeschluss garantiert (1872), solange die Königsfamilie nicht zum Thema gemacht wird. Schade, Sonntagmorgen kann man dort immer noch dem ein oder anderen "Propheten" zuhören, aber das hatte ich verpasst. Heute ist der Park vor allem die "Grüne Lunge" Londons und bietet Spaß, Spiel und ENTspannung genügend Raum zur Entfaltung.

                                                    Oben: Liegefläche | Spaziergänger mit Kind und Kegel                                                  Unten: handzahme Eichhörnchen | ruhige Ecken überall mit vielen Wasserspielen
Auf dem Parkgelände fand auch die "Great Exhibition", die erste Weltausstellung (1851), statt; der seiner Zeit berühmt Crystal Palace steht allerdings nicht mehr. Bis heute kann man allerdings das "Albert Memorial" bewundern, das zur Erinnerung an Albert von Sachsen-Gotha Coburg, dem Ehemann Queen Victorias, errichtet wurde. Der "Turm" ist 60 Meter hoch und seine Statue hält den Katalog der Weltausstellung in Händen, da Albert als Präsident der "Society of Arts" ein großer Verfechter der Ausstellung war. zu seinen Füßen sind die vier Kontinente Afrika, Amerika, Asien und Europa figürlich dargestellt. Von den Einnahmen, die durch die Weltausstellung erzielt wurden, wurden übrigens Museen errichtet, die noch heute in South Kensington stehen (u.a. das Victoria & Albert Museum, von dem ich schon berichtete), weswegen das ganze Gebiet auch "Albertopolis" genannt wird.

                                                              Oben: Albert Hall (Konzerthalle) | Albert Memorial                                                                     Unten: Afrika und Asien
Jo, nach diesem Spaziergang war ich schon bereit mir ein Eis zu gönnen, das Wetter mittlerweile wie aus dem Bilderbuch, schreckte aber vor den langen Schlangen zurück und kehrte einfach in mein derzietiges Heim heim. Nun ist Zeit für etwas Olympia! Vor allem Volleyball und Beach Volleyball werden ja mal ausführlich übertragen....

Sonntag, 7. August 2016

Museen II (05. und 07.08.2016)

Mein Wochenende begann diesmal schon am Freitag kurz nach Mittag, als ich mein Läppi in der British Library zuklappte und ihn "zu Hause" gegen die Kamera eintauschte. Die Umtauscherei hätt' ich mir zwar sparen können und das hätt' ich mir auch denken können, egal. Die U-Bahn brachte mich sicher zum St. Jamse's Park, meine Füße die restlichen Meter zum Buckingham Palace.

Ich hatte bereits am ersten Wochenende Tickets gebucht, die mich zum Betreten der königlichen Residenz berechtigten. Allerdings war ich zu diesem Zeitpunkt noch davon ausgegangen, dass eine Freundin mich begleiten würde, deren Idee der Besuch gewesen war (sonst hätt' ich, glaube ich, darauf verzichtet). Es hat nicht sollen sein. Na gut. Das Wetter hatte sich wieder von der schönsten Seite gezeigt, entsprechend viel Volk war unterwegs.

Buckingham Palace
So als Queen würde es mich wahrscheinlich total ankotzen, dass vor meiner Haustür der Plebs mit Kameras und Selfiesticks ein Klickkonzert veranstalten, meine Wachen von allen Seiten bis aufs Nasenloch ablichtet, den Dreck liegen lässt, dabei noch einen heiden Lärm veranstalten und das das ganze liebe lange Jahr lang, ohne Pause, ohne Unterlass, egal bei welchem Wetter. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum ihre Majestät jeden Sommer aus London flüchtet und der Palast einfach nur dasteht und zum Geldverdienen genutzt werden kann, in dem man dem Pöbel erlaubt einen Blick in die offiziellen Räumlichkeiten zu gestatten. In diesem Fall war ich Teil des Fußvolkes und reihte mich brav beim Sicherheitsdurchcheck ein, bevor ich in die Empfangszimmer gelassen wurde.

Anlässlich des 90. Geburtstages ihrer Durchlauchtigkeit wurden auch ihre Kleiderschränke geplündert und besondere Stücke zur Schau (aus)gestellt - inklusive der HÜTE! Hätt' ich das gewusst...! Fotographieren war natürlich strengstens verboten und eigentlich war ich dafür ganz dankbar, so blieb das nervige Herumgeknippse vor jedem Schuh, Hut oder auch Kostümchen nämlich aus und es ging mehr oder weniger flott weiter. (Offizielle Bilder: Buckingham Palace summer exhibition, Fashioning a Reign. 90 Years of Style from The Queen's Wardrobe.)

Hutsammlung
Kleider zu allen möglichen Anlässen | Hochzeitsrobe mit Schleppe
Nach dieser Zeitreise durch 70 Jahre Modegeschichte, Schnittmustern, Armpolster- und Kragenformen mit den dazu passenden Hüten, gelangte ich schließlich zu den Räumen, wegen denen ich eigentlich gekommen war. Übrigens: Ein Hut sah verdächtig nach verendetem Huhn aus...

In den so genannten "state rooms" empfängt die Queen internationale Gäste zu besonderen Anlässen. Einige wurden genutzt, um alle Prinzen, die zur Zeit so prizessieren, zu taufen. Auch die offiziellen Fotos zu Hochzeiten, Weihnachten, Geburtstagen und so weiter und so fort, werden in diesen Räumlichkeiten arrangiert, um dann in der Presse verwurstet zu werden. Zudem hängen an den Wänden Rembrandts, Rubens und Canalettos, die von Kronleuchtern erleuchtet werden, deren üppige Kristalltropfen mit Hilfe von Wasserstrahldruck gereinigt werden müssen. Fazit: Sollte sich Jemand von euch mal nach London verirren: Ein Besuch in der National Gallery tut's auch und ist mit erheblich weniger Aufwand und keinen Kosten verbunden :)

Thronsaal. Die Stühlchen wurden schon bei der Krönungszeremonie oder der Hochzeit der Queen genutzt; hab' ich vergessen. | "Weißer Salon", in dem sich die Mitglieder der königlichen Familie aufhalten, bevor sie Gäste empfangen.
Wie ihr seht, sind die Räume etwas aus der Zeit gefallen und spiegeln den persönlichen Geschmack von König George IV. wieder, der den Palast 1826 aus- und umbauen lies. Mit seinem Tod 1830 und den ausufernden Kosten, wurden die Bauarbeiten zwar fortgesetzt, die Umgestaltung aber nicht mehr in einer ganz so verschwenderischen Art und Weise beendet - so die Begleittexte. Wo und woran dann genau gesparrt wurde, erschloss sich mir aber nicht. Gegen 17:30 verließ ich die Räumlichkeiten, in denen ich wirklich nicht wohnen wollen würde und machte mich auf den Heimweg.

Den Sonnabend verbrachte ich wieder mal bibbernd im Lesesaal des Nationalarchivs und das bei wieder einmal 28° Außentemperatur und strahlendem Sonnenschein. Langsam aber sicher habe ich wirklich einen Hass auf diese Einrichtung entwickelt. Nicht nur, das die Suchmaschine total besch... ist, die Homepage unübersichtlich ist, man von zu Hause nicht auf sein eigenes Konto zugreifen kann, die Sicherheitskontrollen bevor man den Lesesaal betritt und ihn auch wieder verlässt überaus nerven, zudem ist es immer saukalt und der Wind der Klimanlage weht einem ständig um den Schädel. Außerdem hab' ich immer noch nichts gefunden, woraus ich eine Dissertation stricken könnte. Ich freu' mich schon auf Dienstag, meinem nächsten Besuch dort, wirklich!

Heute stand das British Museum auf dem Programm. Zum Glück verliefen sich die Besuchermassen in den großzügiger angelegten Räumlichkeiten und man lief nicht Gefahr zu ersticken, wie es  im Naturhistorischen Museum der Fall gewesen war.

British Museum | Sir Hans Sloane (1660-1753)
Der Mediziner und Botaniker mit irischen Wurzeln, Hans Solane, wurde 1727 zum Präsidenten der Royal Society gewählt und trat damit die Nachfolge von Isaac Newton an. Er sammelte eigentlich fast alles: von Insekten über Fossilien zu Artefakten aus Ägypten und Peru. Er vermachte seine umfangreiche Sammlung dem britischen Staat und die zum Grundstock des 1759 eröffneten Museums wurde. Seit 1850 befindet sich das Museum am heutigen Platz, wenn auch einige Sammlungen (wie die des Naturhistorischen Museums) aus Platzgründen ausgelagerten werden mussten. Mittlerweile krönt eine Glaskuppel den Innenhof, die im Jahr 2000 fertiggestellt wurde und damit den größten überdachten öffentlichen Platz nach obenhin abschließt (so eine Infotafel).

Innenhof des British Museum | Unterhalb der Treppen befinden sich Buchläden und Souvenirshops | In den Ecken wird man kulinarisch mit warmen und klaten Speisen versorgt.
Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall und ich habe lange überlegt, welche Bilder ich posten soll; schließlich ist auch hier wieder so ziemlich alles aus der Menschheitsgeschichte ausgestellt, was man finden, ausbuddeln und zusammentragen kann. Irgendwan ist mir aufgefallen, dass erstaunlich viele "Gesichter" präsentiert werden und habe mal einige hübsche zusammengestellt.

Grinsender menschlicher Schädel zu einer Azteken-Maske umfunktioniert, um 1500 | Scheinheilig daherkommender Engel, Teil aus der "Bemalten Kammer" (dem Schlafgemach des Königs) aus dem Westminsterpalast, 13. Jhd. | Etwas ratlos dreinblickendes Königspaar aus einem Schachfigurenensamble aus Norwegen, 12. Jhd.
Als ich dann doch zu der viel zu überteuerten (1,90 Pfund!!!) 0,5-Wasserflasche griff, weil ich am verdursten war, zeigte mein Handydisplay bereits 15:58 Uhr an. Ups, fast sechs Stunden. Ich muss sagen, es waren kurzweilige!

Als ich heraus trat, begrüßte mich wieder strahelndschönes Kaiserwetter, also begab ich mich nicht nach Hause, sondern fuhr zum Queen Elizabeth Olympic Park. Schade, das der so weit draußen ist, sonst hätte man ein schönes - abgasfreies - Jogginggelände. Das Areal der olympischen Spiele von 2012 wird nachhaltig genutzt: das Aquatics Center ist immer noch Schwimmhalle, das Leichtathletikstadium wird nach einem Umbau vom lokalen Fußballclub "West Ham United" genutzt, der heute Juventus Turin zu einem Freundschaftsspiel zu Gast hatte, die restliche Anlage ist Naherholungsgebiet und Freizeitsportanlage.

Stadium | Aquatics Center
Terrassenartig angelegte Uferpromenade mit viiieeelen Sitzgelegenheiten, vielen Joggern, Radfahrern, Skatern, Skateboardern usw. | Das olympische Dorf wird ausgebaut und wohl zu dem Wohnraum werden, den sich die hier Erholungsuchenden nie werden leisten können...
Ich lümmelte mich zunächst auf den Rasen, hörte Hörbuch und betrieb "Augenpflege", in dem ich mal nichts las. Später begab ich mich zur Leinwand, auf der Olympia 2016 übertragen wurde und gerade die Schwimmwettbewerbe über die Mattscheibe flimmerten. Kurz nach 19:00 riss ich mich dann aber doch los, schließlich wollte ich noch meine Klamotten in die Waschmaschine packen.

Jo, die Wäche ist jetzt durch :)