Donnerstag, 10. Oktober 2019

Ottawa III (03.10.2019) und Montréal I (04.10.2019)


Langsam muss man sein Gedächtnis schon wieder ganz schön zusammen nehmen, um die Erlebnisse der letzten Tage rekonstruieren zu können. Mittlerweile in Boston angekommen stehen für  den heutigen Blogeintrag (wir schreiben Mittwoch, den 09. Oktober spät abends) an: Ottawa, die dritte und Montal, die erste. 

Mit Schwesterherz ist es ja so ein Phänomen. Man braucht ja eigentlich jeweils nur einen Tag für die queerbeetige Voll-Stadterkundung, auch wenn die Mannen (also ich!) kurz vorm Marschiertod stehen. Am zweiten Tag ist Zeit für alles, was nach Plan laufen muss. Am dritten Tag bleibt dann nur noch, verzweifelt den Stadtplan auf den Kopf zu stellen, um zu sehen, ob aus der Stadt nicht doch noch irgendwas Interessantes herauszuschütteln ist. Man munkelt, der dritte Tag sichert das Überleben der Crew (also meins!). Jedenfalls steuerten wir erst einmal auf den nächsten Coffee-Shop zu, damit der Tag überhaupt beginnen konnte.

Das Highlight des Ortes war die Werkschau, d.h. man konnte beim Kaffeemahlen und -rösten zuschauen, während man sich selbst einen Latte genehmigte. D.h. man sah den Mann, wie er so seine Knöpfchen drückte und wie die Maschinen irgendwas taten. Man hörte es leider auch - den Gehörschutz hätte man vielleicht auch den Gästen angedeihen lassen können. Egal, es musste Blog produziert werden, der treue Leser wartet schließlich. Alsdann stand so mundänes Zeugs wie Wäschewaschen auf dem Programm. Da der Wetterbericht deutsche Touristen gnadenlos mit 25°C angelockt und in die Irre geführt hatte, musste die wetterfestere Garderobe „aufgefrischt“ werden.

Danach stand eigentlich das Museum der Ottawa-Stadtgeschichte auf dem Programm, aber ein Mittagessen musste schon noch sein. Pünktlich 30 Minuten vor Türschluss um 16.00 Uhr standen wir auch da - aber das Museum hatte schon aufgegeben. Wer weiß, ob an dem trüben Tag überhaupt jemand gekommen war. Nun ja, auf zu den Rideau Falls, die nach den Regenbogen- und Wolkenwundern am Niagara unverschuldet kümmerlich daherkamen und keine Chance hatten, groß zu beeindrucken. So pendelte der Tag langsam zwischen Kaffee, Kaufhausbummel, Schuhkauf (hatte ich erwähnt, dass es kalt, hässlich und nass war?!) und Abendbrot aus.   

Museum, das letzte Haus auf der linken Seite, am Ende der Schleusenreihe, hatte leider geschlossen...


... das hinderte uns nicht daran, galant über die Schleusen-Stegehinüberzuwandeln :)
Rideau Falls
Nach dem "Marsch" musste dringend ein wärmendes Schokolädchen getrunken werden :) Irgendwie war dann auch schon fast dunkel und der Tag rum. Da sich der Nebel verzogen hatte, konnte man am Abend sogar einen ungetrübten Blick auf den Parliament Hill werfen. Ja, ich habe das Mutz dort auch noch hingeschliffen... Im Lichterglanz vielen auch die vielen Baukräne und -zäune nicht so sehr auf.

Parliament Hill

Auch am nächsten Tag war noch Gelegenheit zur Erholung, denn den Vormittag verbrachten wir im Bus nach Montréal. Das schonte die Füßchen für das unausweichliche Programm von Tag 1: einmal die ganze Stadt bitte! Geistesgegenwärtig wurde diesmal zumindest gleich ein 3-Tages-Ticket für die Öffis erstanden - und das wird ja wohl gefälligst abgefahren!       

Auch Montréal entstand am Hafen und kleckerte nicht, sondern klotzte: Hinter der Promenade erhebt sich die Altstadt "Klein-Paris" (ursprünglich Finanz-Sektor), gekränzt von drei Kirchen (zwei mit Basilika-Status und eine komische), Schlösschen, Rathaus-Prunkbau und -natürlich- Chinatown.

Altstadt: Notre Dame
Gelände am alten Hafen
Gelände am alten Hafen. Der "Clock-Tower" (Uhrturm) hatte saisonbedingt schon zu.
Gelände am alten Hafen. Die Sonne lachte vom Himmel herab, am Strand lag trotzdem Niemand, komisch ;)
Nach dieser "klitzekleinen" Runde durch die GESAMTE Altstadt wurde der gesamten Gruppe aus uns zwei Hanseln mit nachdrücklichem Shop-Hopping (Ja, wir gingen in JEDEN Souvenirshop) unmissverständlich verdeutlicht, dass es verdammt kalt war, der Wind eisig und es durch die Jacke zog wie nix. 

Souvenier-Shop-Straße. Einige Läden waren durchaus mit sehr geschmackvollen Souveniren gespickt. Leider ist viel Schönes einfach zu groß und zu schwer für Fluggepäck-Touristen...
Dank neu erstandenem deckenformatigen Groß-Schal (für’s Mutzel) konnte der Rückweg hin zum Abendessen überlebt werden. Es gab einmal mehr koreanische Kimchi-Suppe, die nicht nur durch ihre Temperatur einzuheizen vermochte. Irgendwie haben die Koreaner Europa wohl außer London und Paris übersprungen, bei uns gibt es kaum Koreanisches Essen. In Kanada und auch den USA gibt es Koreanisch-Japanische Restaurants genauso häufig, wie bei uns chinesische oder vietnamesische Küche. Zuvor wurde sich dennoch noch einmal zum Hafen geschleppt; einfach um die Atmosphäre zu genießen :) 

Hafengelände bei Nachtanbruch
Neuer "Deckenwickelschal"
Mehr folgt, denn, ich verrat euch was: Füße noch immer bei JEDER Teilnehmerin dran und Erfriertod durch Deckenwickelschal bis jetzt erfolgreich vermieden!