Ich war beim letzten Mal etwas vorschnell: Neue Wohnungen haben so ihre Tücken; neue Altbauwohnungen haben vor allem unberechenbare Wände... Entweder sind Stahlträger eingezogen und es hängt nur "Pappe" zwischen ihnen, so dass Schräubchen keinen Halt finden oder aber massive Stein- und Ziegelwände bringen jeden Akkuschrauber an seine Powergrenzen. Beide Wandarten finden sich in meinen vier Wänden und haben allen Umzugshelferinnen und einem Umzugshelfer gestern (04. Juli) die Grenzen ihrer Möglichkeiten aufgezeigt. "Vorletzter Akt", von wegen :)
Aber der Reihe nach: Pops hat sich ans Lampen anbringen gemacht. Die Leiter hatte Daniela dankenswerterweise beigesteuert und so konnte mein Helferlein hochoben unter der Decke tüfteln. Natürlich blieb ein zwischen den Zähnen ausgestoßenes Gefluche nicht aus; auch Lampen, Kabel und Anbringmechanismen haben so ihre Eigenheiten. Dabei gilt: je kleiner die Lampe, desto eigener die Heit :) Aber am Ende des Tages hingen alle drei: eine große im Wohnzimmer, zwei Spots in Flur und Küche. Nun hatte ich also Licht im Wohnzimmer und im Küche/Flur-Bereich, im Bad blieb es dagegen erst einmal dunkel. Die Sicherung wollte sich nicht wieder einschnippsen und einrasten lassen. Geduscht wurde also im Dunkeln ;) (Ist ein mechanisches Problem und der Schalter muss einfach ausgetauscht werden; die Wohnungsverwaltung wird morgen angerufen.)
![]() |
| Wohn-, Arbeits- und Schlafzimmer mit Lampe |
![]() |
| Flurküche mit Licht |
![]() |
| Küchenflur mit Licht |
![]() |
| Bad dunkel |
Nicht weniger sperrig waren die Rollos. Über den Fenstern ist eine handbreite Schicht von Bröselmaterial verbaut und dort einen Dübel, geschweige denn Schrauben zu befestigen, zumal dicht beieinander, ist unmöglich. Also wurden die Rollos darüber hängefest befestigt, ob sie auf Dauer ziehfest befestigt sind, wird sich zeigen müssen. Aber immerhin, sie hängen jetzt gleich hoch. Vierzehn Zentimeter scheinen über dem rechten Fenster "niedriger" zu sein, links "höher". Zum Schluss entschied das Augenmaß :)
![]() |
| Rollos und Schreibtischregal (Man beachte auch die Blumentöpfe!) |
![]() |
| Leseecke mit Rollo und CD-Regal (auch mit Pflänzchen) |
Während Pops also die "Hocharbeiten" verrichtete, nahm sich Mummum den "Niedrigarbeiten" (höhentechnisch!) an. Bretterchen wurden geschräubelt. Die Küchenarbeitsplatte so anzuheben, dass auch das zweite (Verlängerungs-)Kabel darunter-dahinter verschwindet, blieb ein Wunsch (Die Profi-Küchenmonteure haben da einfach gepennt). Nun wird es oberarbeitsplattenisch liegen bleiben und mit einem Kabeltunnel fixiert werden, sobald der "Katzentisch" montiert sein wird.
Von der Arbeitsplatte ist ein großes Stück übrig geblieben. Eben jenes (Schwer-)Teilchen hatten Pops und ich zum Baumarkt geschafft, wo es auf Katzentischgröße (80x32 cm) zugeschnitten und mit einer runden Ecke versehen wurde. Dieses "Brettchen" sollte über Eck in der Küche montiert werden, damit ich einfach ein bissl mehr Fläche habe. Aber auch hier machte uns die Wand einen Strich durch die Rechnung. Überall, wo es tiefer hineinging, bröselte der Sand heraus und an einigen Stellen war es so steinig, dass kein Durchkommen war. Am späten Nachmittag kleisterten wir alle Wandlöcher, die im Laufe des Tages so entstanden sind, mit Silikonpaste wieder zu; auch die in der Küche. Mummum hatte noch Hoffnung, dass die Dübel damit so fixiert würden, dass man einen erneuten Versuch würde wagen können, wenn die Paste ausgehärtet wäre. Eine simple Hakenstange ist ebenfalls immer noch nicht an der Wand; dort, wo sie sinnvollerweise hängen könnte, stößt der Bohrer auf Stahl. Nun ja, dann eben ohne (schicke) Hakenstange.
![]() |
| Katzentisch unten, aber Löcher sind schon mal (zugekleistert) |
![]() |
| Viele zugeschmierte Löcher; dort wo Löcher da, (nicht so schicke) Schraubhaken drin |
Heute ist Steffen gekommen, also Steffen Harter ;) Der Mann hat Ahnung von Elektrik und hat den Sicherungsschalter wenigsten so hinbekommen, dass ich wieder im Bad lichteln kann. Auswechseln muss ich ihn trotzdem lassen, mechanisch ist er einfach kaputt. Dann wurden Bohrmaschienen, Sägen und Sonstiges geholt und die Operation "Katzentisch" wieder aufgenommen. Mittlerweile hängt er, aber er hängt eben. Morgen dann Teil zwei; andere Dübel, andere Schrauben und überhaupt soll es noch stabil werden. Auch die runde "Ecke" wird noch schön; weißes Band zum dranbügeln hab' ich schon.
![]() |
| Hängekatzentisch muss noch stabilisiert werden, sonst hängt er dort nicht lange |
So, die Wohnung wurde einen großen Schritt in Richtung "noch wohnlicher" gegangen, aber hie und da muss ihr noch gut zugeredet werden. Das heißt also, der Blog "Neues von der Wohnungsfront" ist noch nicht ganz zu Ende.
Gegen 13:00 Uhr kam die Family wieder hereingeschneit. Pops und Franziska haben auf ihrem Weg nach Bochum Mummum bei mir abgeladen und haben noch die Gelegenheit genutzt, bei mir auf's Klöchen zu gehen; mit Licht! Zwei Nasen sind dann gleich abgedüst und die anderen vier Ohren haben einen Spaziergang gemacht. Mir ist schon eine parkähnliche Anlage bei mir um's Eck aufgefallen, sie sollte nun erkundet werden.
Der Park ist eigentlich mal eine Grube gewesen - die Etzoldsche Sandgrube nämlich. Der Sand aus der Grube wurde 1898 für den Bau des Völkerschlachtdenkmals genutzt. Nach dem zweiten Weltkrieg lag das Gelände so lange brach, bis 1968 mit den Trümmern der gesprengten Unikirche St. Pauli und des Augusteums die Grube wieder zugeschüttet wurde. In den folgenden 20 Jahren wurde weiterer Bauschutt hinzugeladen, sodass aus der Grube allmählich ein "Berg" wurde, der zu einem kleinen Park umgewandelt wurde. Nach einem gemütlichen Käffchen bei mir im "Chefsessel" ist Mummum allein nach Haus'.












