Bevor wir morgen (grüner Montag) mit den Bussen so „ziemlich
nirgendwohin“ kommen, fuhren wir heute zunächst nach Petra tou Romiou, dem
Geburtsort der Aphrodite, und keine zwei Stunden später zum Heiligtum in Kouklia,
in dem ihr im 12. Jhd. v. Chr. gehuldigt wurde.
Da Aphrodite nie und nimmer einfach irgendwo ("an einer Bank in der
Pampa") aus dem Meer entstiegen wäre, musste dieser Küstenstreifen etwas ganz Besonderes
sein. Das ist er auch: Er zählt zu den schönsten von ganz Zypern, na klar. Die
drei ensamblierten Kalksteinfelsen am besagten Ort tragen den touristisch
wirksamen Namen „Fels der Aphrodite“ und ragen tatsächlich fotogen aus den
seichten Fluten.
Das klare Wasser lud auch schon am Vormittag Badewütige zum
Baden ein, wir begnügten uns mit dem Ausschauhalten nach DEM perfekten
ei-förmigen Stein. Nicht oval, eiförmig sollte er sein (manche Sachen muss man
nicht verstehen). Natürlich fand ich den perfektesten unter den perfekt
geschliffenen Steinen, aber er stieß (natürlich) nicht auf Gegenliebe. Ob es an
der Größe oder am Gewicht lag? Jedenfalls wurde er kurzerhand zum Turmbau
verwendet. Mit Fingerspitzengefühl, aber ohne Spuke türmte ich also perfekt
austarierte Steine aufeinander und kam mir ganz entspannt dabei vor.
Pünktlich, wie bis jetzt jeder Bus, fuhren wir nach Kouklia,
wo Ausgrabungen Steinreste des „Palai“-Paphos (Alt-Paphos) zutage gefördert
hatten, dem mächtigsten Stadtstaat Zyperns in der Antike. Allerdings wurde die
Gegend wohl schon zur Bronzezeit besiedelt und auch schon in dieser
vor-griechischen Zeit wurde einer Fruchtbarkeitsgöttin gehuldigt. Eine
ausgestellte Figurine kommt dem „Idol von Pomos“ jedenfalls sehr nahe. Eine
Vielzahl solcher Figürchen mit eindeutig weiblichen Attributen und einzigartigem
Aussehen in Stil und Form wurde nur in Zypern gefunden, weswegen das „Idol“ noch
heute die 1- und 2-Euromünzen Zyperns schmückt.
Der Aphrodite-Kult konnte es bei
dieser Vorgeschichte jedenfalls nicht besonders schwer gehabt haben. Von der Kultstätte liegen aber nur noch vereinzelt Steine in
der Landschaft herum. Das Heiligtum hatte es nicht immer leicht: Mehrere
Erdbeben machten es dem Erdboden gleich, die Perser belagerten die Stadt und
schließlich, 325 v. Chr., wurde die Stadt nach Kato-Paphos verlegt. Schließlich
ließ Kaiser Theodosius am Ende des 4. Jhd. den Tempel schleifen und verbot sämtliche
„heidnische“ Kulte. Auch die Umgestaltung und Neubebauung des Areals unter den
Kreuzrittern und Türken bekamen dem Heiligtum nicht.
Etwas weiter „hinten“ wurden Bodenmosaiken einer römischen
Villa freigelegt. Eines zeigt Königin Leda mit Zeus in Schwanengestalt. Anders
als in Kato-Paphos hängt in Kouklia das Original hinter Glas im ansässigen
Museum und unter dem ausgebreiteten Zeltdach unter freiem Himmel wurde eine
Kopie hingebastelt.
Direkt vor dem umzäunten Areal steht etwas verwaist die
Kirche Chrystosopolitissa aus dem 12. Jhd. Leider hielt die Jungfrau Maria nicht Hof und die
aus dem 14. Jhd. erhaltenen Fresken und Mosaiken blieben uns verwehrt.
Auf dem Nachhauseweg sackten wir noch frisches Brot ein und mit Blogschreiben
gehen dann schon mal ein Stündchen oder auch zwei ins Land und Schwupps, ist auch dieser Tag (fast) Geschichte (21:45 Ortszeit).














