Was tun an so einem schaurigen Tag? Der Chelsea Market
sollte unser Ziel sein, vom Reiseführer als Flohmarkt mit Kunst-, Antik- und
Kramszeug angepriesen. Also los. Wir, insbesondere Franz, der sich gänzlich
etwas anderes vorgestellt hatte, guckten nicht schlecht, als wir eine völlig
umgestaltete, schnieke alte Schlachthofhalle vorfanden, wo alles Mögliche
käuflich zu erwerben war, aber wo definitiv keine Flöhe in verstaubten Regalen
hockten. Alles schick, alles neu, manches selbstgeklebt, -genäht, -gebatikt und -geschmiedet, vieles Jungdesigner. Nun ja, nun waren wir dort und sind
schlauer. Bei der Gelegenheit haben wir einen „Fat Witch“-Laden entdeckt (Fette
Hexe), wo es Schokoladen-Kekschen in Kleinstverpackungen zu fetten Preisen gibt… aber das Logo war niedlich : ).
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| Chelsea Market; rechts oben: "Flohmarkt", links unten: "Fat Witch", rechts unten: Innenausbau |
So gegen 18 Uhr dachten wir, wir setzen uns gemütlich in
einen Bus, der uns die gesamte Avenue von Süden nach Norden zum Central Park
bringen sollte, wo wir bis 19.30 Uhr ganz entspannt unsere Eintrittskarten
abholen würden, bevor es 20 Uhr hoffentlich mit der Vorstellung los ging. Der
Plan war gut. Aber wieder machte uns New York ein Strich durch die Rechnung.
Der Bus hielt an jeder Haltestelle (sprich alle 20 Meter, an jeder kleineren
Kreuzung zwischen den rechtwinklig verlaufenden Straßenzügen) und jeder Ampel
zwischen den Haltestellen, bremste hinter jedem Auto, das aus irgendwelchen
Gründen abbremsen musste… So ein Stop-and-Go; über eine Stunde… Kurzum, wir
spurteten den letzten Kilometer ganz schön, um unsere Freitickets rechtzeitig
abzuholen, damit sie nicht verfielen!
Gespielt wurde ein Stück, von dem ich noch nie zuvor gehört
hatte: „The Twelfth Night“ (Die zwölfte Nacht; auf Deutsch „Was ihr wollt“).
Die Hauptdarsteller sind erfolgreiche Broadway-Darsteller, während viele Nebendarsteller aus den Reihen
der Laientheatergruppen der Stadt rekrutiert wurden. U.a. waren auch einige Taubstumme/
Gehörlose mit von der Partie, weshalb alle Schauspieler ihre Monologe und
Dialoge gleichzeitig in Zeichensprache vorführten. Das ganze Stück wurde zwar
in Shakespeare-Sprache, aber als Musical mit moderner Musik kurzweilig gemacht.
Die „Unprofessionalität“ vieler Mitwirkender sah man dem Stück jedoch zu keiner
Zeit an. Im Gegenteil! Es war eine rundum gelungene Vorstellung, mit viel Witz
und wenig Regenwetter! Zum Ende hin begann es etwas zu tröpfeln, aber das war
kaum der Rede wert. Pops hat alle "Daumens" gedrückt und es hat geholfen! :)
| Shakespeare in the Park: "The Twelfth Night" |
