An unserem letzten ganzen Tag (16. August 2018) in Washington wollten wir noch etwas weiter hinaus, als bisher: Georgetown war unser Ziel. Die "Stadt" wurde 1751 gegründet und ist damit älter als Washington selbst. Benannt ist sie nach "George", natürlich, aber nicht nach George Washington, wie ich dachte, sondern nach dem anderen George, George II (1683-1760), dem König von Großbritannien und Irland, deutscher Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg und irgendwie auch Herzog der beiden deutschen Städte, deren Zusammenschluss auch gerne als Kurfürstentum Hannover bezeichnet wird. Verwirrend? Egal, spielt hier keine Rolle. Viel interessanter ist, dass es eventuell auch noch zwei andere Georges gab, die Namensgeber der Ortschaft gewesen sein könnten. Sowohl George Gordon als auch George Beall gelten als Gründer der Stadt. Heute ist die "Stadt" ein Stadtteil von Washington D.C.
Wie dem auch sei, Georgetown wurde jedenfalls strategisch und handelsgünstig am Potomac-River erbaut und wurde zum Umschlagplatz von amerikanischem Tabak, der vor allem von vielen schottischen Kaufleuten verschifft wurde. Die Menge an gehandeltem Tabak schlug sich im Bau von einigen Warenlagerhäusern nieder, die entlang eigens dafür gegrabenen schiffbaren Kanälen errichtet wurden. Freilich sind die heutigen Ausmaße der "Haupt-Wasserstraße" durch die Stadt auf spätere Zeiten zurückzuführen. Der "Chesapeake and Ohio Canal" lag allerdings trockengelegt unter uns, als wir auf einer Brücke auf ihn herabsahen - er wird in Stand gesetzt.
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| Chesapeake and Ohio Canal. Man kann direkt am Kanalwasser entlang schlendern oder aber auf der Promenade. Die vielen Brücken machen ein Überqueren jederzeit möglich und einen Kaffee bekommt auch überall links und rechts in den umgebauten alten Lagerhäusern. Im Schatten der Büsche und Bäume kann man prima sitzen - auch bei 38° im Schatten! |
Ansonsten besteht Georgetown hauptsächlich aus drei Teilen: einer Hauptgeschäftsstraße, von der mehrere, kleinere Geschäftssträßchen abzweigen, wo kleinere Edelboutiquen zu finden sind (Wisconsin Av/ M Street), dem Book Hill, wo die Villen der sehr viel Besserverdienenden in einem parkähnlichen Gelände stehen und dem Campus der Universität, der Georgetown University. In Hafennähe, heute Flaniermeile am Wasser, stehen mehrere Botschaften, darunter auch die der Ukraine und Schwedens. Die Stadt ist "niedlich" und "picturesque" (malerisch) anzusehen.
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| Georgetown |
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| Villen im "Book Hill" (Bücherhügel). In dem Stadtteil steht auch die öffentliche Bücherei... |
Auch das älteste, noch unverändert dastehende Gebäude im "District of Colombia" (daher das "D.C." hinter Washington-Stadt) steht in Georgetown, direkt an der Hauptstraße. Genannt wird es ganz eingängig "Old Stone House" (Altes Steinhaus). Erbaut 1765 ist auch eines der ältesten Häuser in Washington D.C. überhaupt. Washington ohne "D.C." meint übrigens "Washington-Staat". Der Bundesstaat Washington liegt allerdings ganz woanders als die gleichnamige Stadt, nämlich nicht an der Ostküste der USA, sondern ganz im Norden der Westküste, an der grenze zu Kanada. Das "D.C." kann also entscheidend sein :)
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| Old Stone House, 1765 |
Wir schlenderten also die Straße und Sträßchen auf und ab und suchten uns irgendwann ein Cafe, wo es sich "aushalten" ließ :) Ich hatte den ganzen Tag mein Laptop mitgeschleppt. Der Plan war nämlich ganz einfach: uns irgendwo hinzusetzen und endlich mal Blog zu schreiben. Gedacht, getan. 14 (14!!!!!!!) Mückenstiche später waren ein paar Einträge geschrieben. Sogar Franz hatte 3 abbekommen (ja, immerhin, 3 Stück!). Gejuckt haben die, wie Sau, Tage später noch!