Boston ist eine erstaunlich grüne Stadt. Überall gibt es kleinere Parks und begrünte Ecken mit Sitzbänken im Stadtgebiet sowie großzügig angelegte Erholungsräume am Charles River, dem Fluss, der Boston in zwei Hälften teilt. Trotzdem war der flimmernden Luft kaum ein freier Atemzug abzutrotzen. Durch die Hitze lag ein permanenter Dunst über dem Fluss und entsprechend "diesig" mutete das Wetter an, obwohl kein Wölkchen am Himmel war. Vielleicht weil in der Stadt jährlich der Boston Marathon ausgetragen wird, sind einige Bostoner so verrückt, auch bei diesem Wetter jappsend und arg nach Luft hächelnd in Scharen die Laufwege zu bevölkern. Ich muss gestehen, die Sohlen meiner Laufschuhe habe ich geschont :)
Ich habe am Sonnabend zunächst den Weg von Zentral-Cambridge (rechtes Flussufer) zum Charles-River ausgekundschaftet, um in der kommenden Woche meinen "Arbeitsweg" zum Konferenzzentrum (MIT-Campus) möglichst schatten-strategisch angehen zu können. Nachdem ich festgestellt hatte, dass ich fast in Gänze unter Bäumchen oder im Schatten der Labor- und Werkelstätten des Technologiezentrums zu Fuß zu erreichen kann, bin ich am Fluss weiter in nordöstlicher Richtung zum Wissenschaftsmuseum spaziert und habe dort den Wasserlauf nach Boston überquert. Am anderen, linken, Ufer bin ich dann die exakt gleiche Kilometerzahl in westlicher Richtung, durch den Flusspark, bis in die Bostoner Innenstadt zurückgelaufen. An der Trinity Church und der Public Library angekommen, befand ich mich auf mitten auf der Boylston Street, der Pulsader der Stadt.
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| Boston; unten links: Trinity Church; unten rechts: Häschen am Rand der Boylston Street |
| Public Library (Öffentliche Bücherei) |
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| oben und unten links: Stadtpark (bewacht von George Washington); unten rechts: Kreuzung vor dem Süd-Bahnhof |
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| Entenfamilie, oft als Reittiere von Klein und Groß missbraucht... |
Am
Sonnatg (29.07.) beschloss ich den Tag mit einem Fußmarsch in
entgegengesetzter Richtung anzugehen. Von Zentral-Cambridge nach Harvard
läuft man gemütliche 25 Minuten. Der Universitäts-Campus und "John
Harvard" waren allerdings schon mit hunderttausenden Chinesen voll und
ich verkroch ich mich in die "Tatte Bakery". An dieser Stelle möchte ich zum respektvollen Innehalten anhalten, denn ich verleihe der "Tatte" den Titel der besten Cafe-Bäckerei der Welt! Hm, lecker! Und die heiße
Schokolade erst... Jedenfalls, von Harvard & Co. im folgenden
Blogeintrag mehr.
Gestärkt strapazierte ich die Sohlen meiner Latschen noch etwas weiter, aber sie brachten mich dienst- und pflichtbewusst nach Charlestown, einem der ältesten Stadtviertel Bostons. Ehemals Hafenstadt und - ihr ahnt es bereits - Anlaufplatz für schlesisches Leinen :) Mittlerweile kommt das Viertel als schickes Stadthausareal daher, wo die besserverdienenden Bostoner ihre Wohnungen unterhalten. Der Großstadttrubel ist nah genug, ohne von ihm umgeben zu sein. In einer ruhigen Ecke habe ich den von Tracy und Sophia liebevoll eingerichteten, wundervollen Teeladen "Teas & Treats" entdeckt. Der erste (und bis jetzt der einzige) ungesüßte, aber sehr schmackhafte Tee mit Zitrone, den ich in den USA getrunken habe! Auch der Bagel mit gerösteten Zwiebeln und geschmolzener Butter war einfach himmlisch...
"Um die Ecke" liegt die "USS Coonstitution" vor Anker. Das Kriegsschiff wurde 1797 zu Wasser gelassen und begleitete amerikanische Handelsschiffe als Begleitschutz über die Ozeane. Zahlreiche erfolgreiche Abwehrmannöver und überstandene Kanonenbeschüsse brachten ihr den Spitznamen "Old Ironsides" (Alte Eisenwand) ein. Nach Dienstende dockte sie dauerhaft in Charlestwon an und kann nun besichtigt werden. Ich hätte einen idealen Matrosen abgegebn... also größentechnisch: Ich passe problemlos in jedes (Unter)Deck :)
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| Charlestown und die USS Constitution |



