Mittwoch, 13. Juli 2016

Wie eine Rückreise aussehen kann (11./12.07.2016)


6:00 Aus dem Hotel auschecken – ok

6:15 Mit der Metro bis zur Century Park Transfer Station fahren – ok

7:00 Mit dem Flughafenshuttle bis zum Internationalen Terminal fahren – ok 

8:35 Check-in nach Ottawa – ok 

8:45 Banane auspacken und eine heiße Schokolade dazu schlürfen, Wasserflasche an der Trinkwasserstation auffüllen – ok

9:00 Freies W-Lan nutzen, um Mail zu lesen, Mummum per skype zu informieren, dass ich jetzt losfliege, die Mai-Ausgabe der „Anstalt“ schauen – ok 

10:05 Boarding und reibungsloser Flug nach Ottawa – ok

16:15 Ankunft in Ottawa, Pizzastück zum Mittag essen, Wasserflasche an der Trinkwasserstation nachfüllen, „Schlesische Provinzialblätter“ weiter lesen, nebenbei Läppi neu laden – ok

19:20 Mit leichter Verspätung Flugzeug nach Frankfurt am Main besteigen – ok 

08:20 Pünktlich in FaM gelandet – ok

08:40 Passkontrolle I – nicht ok, da die Grenzschutzpolizei zu diesem Zeitpunkt gerade unpässlich, weil unterbesetzt war, und die Schalter geschlossen hatte. Auf Weiterreisende könne keine Rücksicht genommen werden, schließlich sähe ja jeder, dass die Schalter geschlossen seien und dass daher keiner zum Terminal A durchgelassen werden könne. Weiterreisende nach Amsterdam, Berlin und Zürich fluchten wie die Rohrspatzen, in allen Sprache dieser Erde, aber die Schalter blieben dicht. DEUTSCHLAND! Ich hätt‘…

09:00 Die Passkontrolleure nehmen endlich ihre Arbeit auf. Natürlich werden alle so an den Schaltern abgefertigt, wie sie in der Schlange stehen – Anschlussflüge sind schließlich nicht das Problem des deutschen Grenzschutzes. DEUTSCHLAND! Ich hätt‘…

09:30 Endlich an der Gepäck- und Passkontrolle II – nicht ok, da soooo viel Reiseaufkommen ist, wird die Gepäckdurchleuchtung vorrübergehend geschlossen, um Rückstau abzuarbeiten. Wie bitte?! DEUTSCHLAND! Ich hätt‘…

10:05 Endlich Gepäckkontrolle. Läppi auf- und zugeklappt und in die Box zurückgepfeffert. Danke, ist ja schließlich nur mein Laptop nicht ihr eigener, nicht war? Zur Strafe musste ich in die Durchleuchtungsbox. Ich hätt‘… 

10:15 Sprint zum Gate A11. Brezel zum Frühstück gekauft. Mit leichter Verspätung Abflug nach Berlin, Tegel. Wasserflache nicht mit Wasser nachgefüllt, weil keine Trinkwasserstationen in Deutschland vorgesehen sind… – nicht ok 

12:00 Überpünktlich in Berlin, Tegel gelandet – ok 

12:15 Gepäck vom Band gefischt – ok

12:30 Bus zum Zoo – ok; halt, nicht ok, weil der falsche, der, der über Ku-Damm fährt und jeden Berliner Stau mitnimmt, inklusive Hupkonzert von allen Seiten – ich bin in DEUTSCHLAND angekommen, ich habe es gemerkt. 

12:58 Regionalen Bummelexpresszug nach Frankfurt (Oder) gerade noch erwischt, da dieser „nur“ 30 Minuten Verspätung hat – ok; halt, überhaupt nicht ok, da der Zug nur bis Erkner fährt. Zwischen Erkner und FfO gäbe es Probleme mit dem Stellwerk (ganz was Neues; noch nie vorgekommen), aber ein Notfallbusfahrplan wäre eingerichtet worden. Merke, Vergangenheitsform! Sprich, die Ersatzbusse fahren schon, nicht wahr? 

16:39 Gerade einmal drei Busse während der gesamten Zeit kamen nach Erkner, um nach Ffo weiterzufahren. Das macht fast einen ganzen Bus pro Stunde! Dazu muss man wissen, dass bereits vor mir viele Passagere in Erkner gestrandet sind und dass pro Stunde zwei Züge in Erkner auf ihrem Weg nach Ffo angekommen. Drei Busse also ein Witz sind; ein schlechter noch dazu. – nicht ok! DEUTSCHLAND!

Warten  in Erkner am Bussbahnhof auf den Schienenersatzverkehr. Allerdings gibt das Bild bei Weitem nicht wieder, wie viele Menschen tatsächlich dort herumstanden bzw. -saßen. (@Manja Wilde, MOZ)
17:08 Plan gefasst nach Berlin zurück zu fahren, um von dort nach Königs Wusterhausen oder Wünsdorf-Waldstadt zu fahren und dort den Zug nach Ffo zu nehmen – ok

17:10 Plan nicht ausgeführt, weil nun auch die Züge zurück nach Berlin nicht mehr fahren – nicht ok, ich hätt‘…

17:15 S-Bahn nach Berlin bestiegen, um am Ostkreuz in eine andere umzusteigen, um zum Hauptbahnhof oder zum Südkreuz zu fahren, um von dort nach Leipzig zu fahren, weil Ffo einfach nicht erreichbar ist – ok 

17:25 S-Bahn hält in Friedrichshagen und alle Insassen werden gebeten, die Bahn zu verlassen. Wie jetzt? Spinnen jetzt alle, oder was?! – nicht ok

17:35 Ansage: S-Bahnen fallen auf unbestimmte Zeit aus – nicht ok, ARGHGRRRRR!!!

17:40 Der Run auf die Straßenbahn geht los. Ich hab‘ keinen Schimmer, wohin die überhaupt fährt, renne aber mit, schließlich wollen alle nach Berlin – nicht ok

17:42 Valentina steht neben mir. Hä, die Welt ist klein und Zugverkehrkatastrophen zwischen Ffo und Berlin treffen eben alle universitären Pendler. Endlich Jemand der sich auskennt und ich Glückspilz habe diese Jemandin getroffen – sehr ok 

17:50 Haltestelle „Sowieso“ erreicht. Name hab‘ ich mir nicht gemerkt, renne schließlich Valentina einfach hinterher – super ok

18:00 S-Bahn zum Ostkreuz erwischt – ok; halt, nicht ok, S-Bahn fährt nämlich nicht los, schei…e! Irgendjemand blockiert die Tür, oder ein Kinderwagen, oder Fahrrad, oder Koffer, oder Handtasche, oder irgendein Kind; jedenfalls steht die Bahn und bewegt sich nicht vom Fleck, schei…e!!! 

18:18 Endlich am Ostkreuz; Ringbahn zum Südkreuz natürlich knapp verpasst – nicht ok

Gedränge am Ostkreuz (@ tagesspiegel.de)
18:37 Am Südkreuz; ICE nach Leipzig um drei Minuten verpasst. WARUM war gerade DIESER Zug an DIESEM besch… Tag pünktlich, hä???!!! Einfach mal platzen, das wär’s. 

18:40 Dem Automaten Fahrkarten für den nächsten ICE abgerungen – ok 

18:43 Pops Bescheid, gesagt, dass ich später kommen und von Pops die Aufforderung was zu essen erhalten. Stimmt, seit der Brezel um 10:00 nicht mehr gegessen. Nicht das ich es nicht versucht hätte, aber der Erknerische Kiosk ist einfach nicht auf die Strandung von massenhaft schlechtgelaunter Zugfahrer, die mehrere Stunden vor Ort auf Ersatzbusse warten, ausgelegt und war entsprechend leergekauft. Immerhin ein Fläschchen Wasser habe ich noch bekommen, andere kuckten schon da ziemlich doof aus der Röhre – nicht ok 

18:47 Edeka hat keine Brötchen mehr (nun gut, bin auch kein Befürworter der kurz vor Ladenschluss noch aufgefüllten Backwarenregale), aber diese grünen Bananen muss ich auch nicht kaufen. „Burger King“? Nein Danke. Also doch der Wiener Feinbäcker-Cookie – nicht ok 

19:00 Durchsage, dass es einen Zugschaden gäbe. Na klar, warum nicht, der Tag ist eh nicht mehr zu retten – nicht ok

19:45 ICE fährt am Gleis ein. Ich muss eben doch einmal Glück haben; eigentlich hatte ich mit folgender Durchsage gerechnet: „ICE 1717 fällt wegen eines Schadens am Betriebssystem/ Lok/ Gleisbett/ Fahrersitz aus. Ersatz-ICE ist nicht vorgesehen. Bitte nutzen sie die Bahnhofsbänke um ihr Nachlager aufzuschlagen. Weiterfahrt frühestens Januar 2017 wieder möglich. Betrieb der S-Bahnen wegen hohen Verkehrsaufkommens vorrübergehend nicht möglich.“ Oder so ähnlich – ok 

20:12 Durchsage im ICE, wir würden die Verspätung wieder aufholen – ok 

20:17 SMS von Pops: „Ok. Wir fahren los.“ – super-duper ok mit Sternchen :)
 
20:18 Gedanke: Der Tag kann nur noch besser werden!  

20:51 Ankunft in Leipzig und Heimfahrt im väterlichen Automobil – sehr ok

21:30 DUSCHEN! – ah, ein neuer Mensch wird geboren!

21:55 Erdbeerfuttern auf dem Balkon – na also, geht doch, der Tag ist besser geworden :)