Sonntag, 11. September 2016

Londons "Harajuku" - Camden (03.09.2016)

Franz muss nachmittags zum Flieger, also lieber etwas früher als zu spät den Bus zum Flughafen besteigen und vorher noch den Koffer zum Bus ranschaffen - was also machen, mit einem halben Tag?

Ich hatte schon viel von dem "Camden Market" gehört und da dieser nördlich von Islington liegt, also gut und schnell mit dem Bus zu erreichen ist, war der Plan schnell gefasst. Zum Glück viel mir am Abend zuvor noch auf, dass ich eigentlich den "Neal's Yard" vor Augen hatte, als ich an Camden dachte. Plan wurde also flux geändert und wir sind mal eben schnell wieder zum Covent Garden gefahren, um uns diesen kleinen Winkel Londons anzusehen, den ich beim ersten Mal, und wir während der nächsten Male immer wieder übersehen hatten.

Der Hinterhof wurde nach Thomas Neale (1641–1699) benannt, der ein ziemlich umtriebiger Mensch gewesen ist: Mitglied des Parlaments, Münzmeister, Bräutigam der Kammer - hä??? "Groom of the chamber" und Googletranslator werden keine Freunde ;) - also, er war Kammerherr des Königs, er unterstütze Trockenlegungsarbeiten, Eisenwerke, Papierfabriken und setzte sich für die Erschließung von Bergwerken in Virginia ein, außerdem beteiligte er sich an der Bergung von Schiffswracks. Er unterstütze die Einrichtung einer Bank, die zum Vorgänger der "Bank of England" werden sollte und war im Bereich der Stadtentwicklung Londons aktiv, u.a. im Areal rund um Covent Garden. Heute ist der "Neal's Yard" einfach ein schnuckeliger Hinterhof mit Bioläden für Backwerk und Haare sowie umweltbewusste Einzelhändler.

Neal's Yard
Nach Camden fuhren wir dann trotzdem noch, da dort das hippe Herz Londons schlagen soll. Allerdings fuhren wir nicht Bus, da diese gerade nicht fuhren ("Marsch für Europa" war nämlich angesagt, um gegen Brexit Flagge zu zeigen), sondern mit der U-Bahn. Und schwuppdiwupps waren wir in Camden.

Oben: "Camden Lock", "Hauptgebäude" des Marktes, der aber mittlerweile ausgeufert ist und sich auf die umliegenden Straßen ausgebreitet hat | rechts: "Der Hutmacher", bekannt aus "Alice im Wunderland". Einziger Zweck: Fotokulisse sein. | Unten: Markthalle im "Camden Lock" | rechts: witzige Fassaden, von denen es viele gibt.
Tja, wir schlenderten einfach drauf los: Franz ergatterte Ohrringe, ich eine superwarme Poncho-Veste (dem Archiv-Kühlschrank wird der Kampf angesagt!) und außerdem noch Dies und Das :)
Im Innenhof des Marktes, auf so einer Art Gallerie, bestellten wir ein Häppchen zu essen, schauten dem bunten Treiben unten zu und schlängelten uns anschließend noch in andere Ecken und Winkel des Marktes. Bedauerlicherweise fing es leicht zu nieseln an...

Geschäftiges Treiben
Joah, mit dem Bus ging es nach Islington. Mit dem Bus ging es zum Bahnhof "King's Cross St. Pancras". Mit dem Bus ging es für Franz zum Flughafen. Ich lief zu Fuß nach Islington zurück und packte meinen Kram auch zusammen.

---------------------------------------------------
Letzte Woche (05.-10.09.2016) bin ich in Clapham untergekommen. Leider war ich nur zum Schlafen dort und habe gar keine Fotos. Aber im Grunde ist Clapham eine Mischung aus Islington und Kew: Reihenhäuschen, vielleicht etwas nobler, mit vielen kleineren Geschäften und Kneipen am Wegesrand UND einem großen Park mittig im Viertel, wo alles joggt, was Beine hat (nur ich nicht...).
Seit gestern bin ich in Kew in einem kleinen "Studio", so eine Art Gartenhäuschen. Zwar nicht günstiger aber doch besser als zwei Wochen Hotel. Und wenn der Bewegungsmelder anspringt, das Licht angeht, dann weiß ich, ein Eichhörnchen, die Katz oder doch der Fuchs ist vorbeigehoppst, geschlichen, gehuscht...

Meine Bleibe für die kommenden Tage