Der "Regentenpark" ist einer der, na klar, königlichen Parks Londons. Neben einem "inneren Zirkel", zu dem der gehegte Teil des Queen Mary's Rosengartens gehört, schließt sich ein "äußerer" an, wo auch Unkaraut mal sprießen darf, Enten lustig auf dem Teich schnattern dürfen und großzügig angelegte Rasenflächen zum Lümmeln, Ballspielen uuuuund Konzerten einladen. Der nahegelegene Zoo macht sich nicht durch "Düfte" der tierischen Art bemerkbar, so dass der Park, kein Wunder, zum beliebten Spazier- und Flaniergrund genutzt wird.
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| Regent's Park. Die noch blühenden Rosen haben unglaublich stark geduftet. Im Sommer: Hummelparadies! |
Allerdings dreht ich dann doch noch nicht ab, weil mir ungewöhnlich viel Ordnungs- und Sicherheitspersonal aufgefallen ist, das ungewöhnlich leger und entspannt daherkam und Parkbesuchern den Weg zu weisen schien. Wohin? Ich hab' nicht lange gebraucht, um es herauszufinden: JAM fand statt!
JAM = Jewish Arts & Music Festival, organisiert vom JMI.
JMI = Jewish Music Institute.
Unter dem Motto "Klezmer im Park: Der große Mix" fand also ein jüdisches Musikfestival statt. Mitten im Park, mitten in der Stadt, mitten in der Menschenmenge und das ganz OHNE Zäune, Taschenkontrollen und Polizei mit MG. Das "Sicherheitspersonal" entpuppte sich mehrheitlich als freiwillige Helfer - schön, dass es auch noch Veranstaltungen gibt, die nicht von einem Großaufgebot gesichert werden müssen, wo es friedlich blieb und die Juden mit den Kopftuchträgerinnen primsten auskamen :)
Angefangen hat wohl die Schulgruppe und Eltern klatschten brav Beifall. Die Wiese füllte sich so langsam, die koscheren Pfannkuchen fanden Absatz (habe meine Bestellung auf Polnisch abgegeben), das kleinere Fußvolk wurde vom großen Stelzenquartett unterhalten. Je weiter die Sonne am Himmel entlangwanderte, desto besser wurde die Musik. UND von wegen steife, humorlose Briten. Es wurde getanzt, was das Zeug hielt!
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| Klezmer in the Park hat "gerockt" :) (Pardiesvögel, unten-links, gibt es überall) |
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| Don Kipper mit den Sabbey Drummers. |
Zum Abspielen der Musik, einfach drauf klicken und es müsste funktionieren. Lautsprecher anmachen nicht vergessen!
Joah, zum Museum bin ich nicht mehr gegangen :) Mein Heimweg mit der U-Bahn begann allerdings an der Baker Street Station, der ältesten U-Bahn-Station Londons - ach, der Welt! - und gleich um die Ecke. Die Station wurde im Januar 1863 eröffnet und war Teil der Bahnstrecke zwischen Paddington und Farringdon. Damit ist auch klar, dass die Namensgebung NICHTS mit der Adresse von Sherlock Holmes zu tun hat, dessen literarische Geburt erst auf das Jahr 1887 zu datieren ist.
Übrigens, damals gab es auch noch gar keine Baker Street 221b. Die Nummer wurde erst vergeben, als die Straße in den 1930er verlängert wurde. Heute befindet sich genau an diesem Ort natürlich das Sherlock-Museum, in dem verwirrten Chinesen und auch einigen Europäern erklärt wird, dass Holmes eine FIKTIVE ROMANFIGUR ist und mitnichten wirklich gelebt hat... Unser "Bild" von Sherlock Holmes mit Hut (!) wurde durch die Federstriche Sidney Pagets geprägt, der die Geschichten illustrierte und seinen Bruder als Modell heranzog.
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| Baker Street Station. |




