| Meine neue Fototasche war übrigens immer mit dabei und ist super! |
Aber Limassol ist ja schließlich Großstadt! Mit Burg! Die 13 Uhr ihre Pforten schloss, just, als der Bus uns am Alten Hafen absetzte. Nun ja, man kann ja nicht alles haben, z.B. kein Fleisch und keine normale Menükarte, denn Rosenmontag ist vegetarisch. Wir fanden aber ein Plätzchen in einem überlaufenen Fischrestaurant und bezahlten viel zu teuer Geld für ein mächtig spätes Mittagessen. Alsdann brachen wir in die Altstadt auf, man wollte ja noch etwas sehen, bevor der Bus wieder zurückfuhr.
Ganz ehrlich, für die drei schönen Straßenzüge und den Rest des Verfalls hätten wir uns dann auch nicht mehr beeilen müssen. Jetzt wissen wir jedenfalls, dass Limassol eine schöne Innenstadt hat, wenn man sich auf eine Fläsche von sagen wir 100 m² bezieht, zwischen alter Moschee, Burg, einer Cafémeile und der neueren Kirche Aya Napa. Der Rest bietet immerhin eine gute Erklärung für die aufgerissene Innenstadt von Paphos. Limassol hat ungefähr drei schöne, wenn auch schrecklich nicht-restaurierte Häuserzeilen, die mich an die Bilder von Havana erinnern, nur dass in Limassol niemand mehr in diesen Häusern wohnt. Der Rest ist ein zusammengeschustertes Straßenbild aus nicht zusammenpassenden Häusern, die zum Großteil leer stehen und um die es nicht schade wäre. Etwas anderes als Grunderneuerung wird da nicht helfen. Der Eindruck wurde natürlich bestärkt durch ide Tatsache, dass an diesem Feiertag das Leben in Limassol erst gegen 15 Uhr erwachte, was auch immer die Leutchens vorher gemacht haben.
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| Promenade, leere Straßenzüge, Burg und "Frische-Orangensaft-Pressstation" |
Am nächsten Tag ging es bereits nach Hause, aber erst 19:30. Genug also, um am Morgen noch eine Runde durch Lempa zu drehen, wo es eine Kunsthochschule, das Cyprus College of Art, gibt und eine rekonstruierte Siedlung aus der Kupfersteinzeit (3500 v. Chr.). Die Hochschule hätte ich zugegebenermaßen als solche übersehen. Wahrscheinlich ging es aber nicht nur mir so, denn das College hat wohlweislich einfach seine Außenmauer zum Kunstwerk geamcht, so dass man den Ort doch zweifelsfrei identifizieren kann, auch wenn man beim Blick auf die Gebäude immer noch keine Hochschule vermüten würde.
An der steinzeitlichen Siedlung hat buchstäblich der Zahn der Zeit genagt, so dass wir die drei Häuserchen wegen Einsturzgefahr nur von außen besichtigen konnten. Aber so hatten wir wenigstens einen schönen Spaziergang, bevor es wieder zum Bus nach Limassol ging.
Den Anschluss nach Larnaca hätten wir um ein Haar verpasst, aber wir können wirklich nur Positives über die zypriotischen Busfahrer berichten. Wenn man einsteigt und ihnen sagt, wo man hinmöchte, sagen sie einem immer Bescheid, wann man auszusteigen hat. Auch diesmal teilte uns der Busfahrer mit, dass wir den Anschluss an der Endhaltestelle verpassen würden und zeigte uns, wo wir uns statt dessen aufstellen sollten. So waren wir pünktlich zum späten Mittagessen in Larnaca und mussten nicht hungern, obwohl wir erst gegen 01.00 (01.03.2017) Uhr in Frankfurt Oder aufschlugen. Da wir zwar wohlbehalten gelandet waren, unser Köfferchen aber "Beinbruch" erlitt, waren wir auch froh, in ein Taxi steigen zu können.
Und so endete unser Zypernurlaub in schönstem sonnigen Urlaubswetter. Wir sind viel gelaufen, haben viel Haloumi und Pittabrot gegessen, haben viele Steine bewundert und Buspläne entziffert. Die Zyprioten waren samt ihrer Gemeinschaftsstadtkatzen freundlich und hilfsbereit.
Zypern ist Ende Februar garantiert nicht überlaufen und sehr entspannend. Ich hatte zugegebenermaßen mehr fliegende Händler und aufdringliche Straßenverkäufer erwartet (so wie in Italien und Griechenland etc.), aber davon wird man in Zypern dankenswerterweise verschont. Die typische zypriotische Freizeitunterhaltung ist ein Bistro mit Plastikstühlen und Fußball im TV, aber es gibt genügend wirklich nette Restaurants und Cafés mit fast immer dem gleichen griechisch-türkischen Menü. Es schmeckt gut und ist preislich im mittleren Bereich. Der frische Orangensaft überall ist göttlich! Und auch die Sonne werden wir noch eine Weile schmerzlich vermissen.




