Samstag, 25. Februar 2017

Paphos - wir kommen!

Der Umzug nach Paphos funktionierte reibungslos. Am Abend zuvor haben wir per E-Mail ein Taxi bestellt, das uns samt Köfferchen zur Hafenpromenade von Larnaka beförderte, von der aus wir 08:45 Uhr den unmittelbar nach Paphos fahrenden Inter-City-Bus nehmen konnten (wie wir es uns an den beiden Tagen zuvor zusammengereimt hatten). In Zypern hat man nämlich die Angewohnheit, nur die Abfahrzeiten der Busse vom Anfang der Route anzugeben. Selbst, wenn du im Internet nach einer bestimmten Haltestelle suchst. Und so hatte ich zunächst die Angabe gefunden, der Bus Larnaka – Paphos würde 07:30 Uhr abfahren und 3 Stunden bis zum Ziel brauchen. Zum Glück spezifizierte eine Tafel an der Haltestelle, dass der Bus 07.30 in Paralimni losfährt, zur wesentlich besseren Touristenzeit in Larnaka sein würde und dass die Fahrt nach Paphos dann nur noch knapp 2 Stunden dauerte, merkten wir selbst. Dass der Bus auch an der für uns weitaus günstiger gelegenen Haltestelle ebenfalls halten würde, vermuteten wir zwar ebenfalls, trauten unser Annahme aber nicht so ganz – zu Unrecht, wie sich herausstellte. Sei’s drum.

Das mit den Haltestellen musste also noch geübt werden. Paphos und Umgebung ist für diese Schulung bestens geeignet. Allein in Paphos gab es mehrere Stationen zur Auswahl – wir entschieden uns zielsicher gegen den großen Busbahnhof mit Informationsstand und für die Bank in der Pampa (wir haben eben noch nicht ausgelernt). Nun ja… in Zypern sind wir jedenfalls sehr froh über die Offline-Karte auf dem Handy. Nach einer halben Stunde haben wir unsere Köfferchen aber doch noch in unsere neue Bleibe gerollt und was soll man sagen? Haben wir schejn gebucht! Nett, groß, modern, sauber und mit netter Nachbarin, die uns gleich half, die Vermieterin anzurufen, da wir das Schlüsselprinzip nicht begriffen hatten. Praktisch ist es eigentlich: Man hat eine kleine Box an der Tür, die man mit einem Code öffnen muss und da ist dann der eigentliche Schlüssel drin. Dumm nur, wenn man das Funktionieren dieser Box nicht gleich durchschaut, und nicht auf die Idee kommt, die Box zu öffnen, um an den eigentlichen Türschlüssel zu gelangen. Wir glaubten nämlich, dass  sich nach der Eingabe des Codes, die Tür wie von Zauberhand einfach für uns öffnen würde (was sie natürlich nicht tat). 


Alsdann spazierten wir ins Herz von Paphos – zum Hafen und der Promenade. Paphos hat drei kleinere Badestrände direkt an der Hafenbucht und so besteht das Areal aus Hotels, Palmen, Promenade, Cafés, Restaurants und Souvenirshops. Dabei sieht alles mediterran zusammengewürfelt aus, aber es gibt keine Mega-Komplexe, die die Landschaft verschandeln. Alles in großzügig angelegt und die Gebäude fast alle maximal zwei Etagen hoch, mit Terrassen und Balkons, Flachdächern und viel Schattenfläche.      
 
   
Dabei glänzt Zypern Ende Februar vor allem durch die Abwesenheit großer Reisegruppen. Wir haben, glaube ich, gerade mal eine Handvoll gesehen. Es sind vor allem Leute mit Mietwagen unterwegs, darunter viele Familien (mit erstaunlich kleinen Kindern). Aber insgesamt hält sich die Auslastung sehr in Grenzen, so dass die Stadt etwas verschlafen wirkt (gut, da hatten wir Paphos‘ Innenstadt noch nicht gesehen. Kleiner Tipp: Frankfurt, an der Oder natürlich, Sonntagnachmittag ist da vergleichsweise belebt, obwohl gar nichts los ist und niemand auf der Straße unterwegs ist, nicht einmal, um den Hund auszuführen.) 

Bei schönstem Sommer-Sonnenschein besichtigten wir das Kastell von Paphos, welches allerdings außer den Mauern selbst und einem guten Hafenblick nicht so viel zu bieten hat. Das Kastell war ursprünglich Teil einer eine byzantinischen Festungsanlage, die im 13. Jh. von den Lusignans wieder aufgebaut, von den Venezianern 1570 während der Invasion der Ottomanen abgebaut und, schließlich, von den Eroberern (den Ottomanen) wieder aufgebaut wurde. Als Zypern eine britische Kolonie war, wurde es als Salzlager genutzt. 


 

Auf unserem eingeschlagenen Rückweg liefen wir unbewusst direkt auf eine weitere Sehnswürdigkeit zu: der Agia Kyriaki. Die (kleine) Kirche wurde auf den Grundmauern einer früheren christlich-byzantinischen siebenschiffigen Basilika erbaut, was die vielen Steinhaufen neben der Kirche erklärt, die übrig geblieben sind, als die Araber die Basilika zerstörten. 

Danach versuchten wir ein bisschen, die Busrouten zu verstehen und zu erraten, wann Busse möglicherweise da oder dort sein könnten. Als Ausgangspunkte für unsere Raterei dienten dabei die einzig für den ersten Halt auf der Route angegebenen Abfahrtszeiten. Außerdem jagte Anka nach T-Shirts, aber Zyperns Modeangebot besteht im Prinzip aus zig Variationen des H&M-Angebots und bot rein gar nichts. Aber wir fanden einen Supermarkt zum Einkaufen und widmeten uns zu Hause der weiteren Busroutenplanung. Ein kleiner Heizer macht sich dabei ganz gut, denn die Häuser halten absolut keine Wärme und nach Sonnenuntergang ist es doch Zeit für einen Pullover.