Auch am nächsten Tag hatten wir ambitionierte Pläne: Nach Panagia
sollte es gehen, ins Gebirge hinein, und dann entlang des „Naturpfades“ hin zu
Kirchlein und Klösterlein. Der Bus fuhr uns auch hin ins Dorf und lud uns gegen
10.00 Uhr am Museum für Erzbishof Makarios III. ab, erster Präsident der Republik,
nach dem in jedem Kaff eine Straße benannt ist. (Der Rest heißt
Dionysos-Straße, Aphrodite-Straße, Poseidon-, Apollo-,…) Wir wollten dem Herrn
aber nicht huldigen und machten uns auf zum Naturpfad. Die Zeit war schließlich
gut bemessen: Der letzte Bus zurück in die Zivilisation fuhr 13:05 Uhr. Aber das
sollte ja reichen für so einen 7 km langen… ach, 10 km? Ach, bergauf? Hm…
ächtz, schnauf, röchel. Eine Stunde später waren wir den Pfeilen auf den Berg Vouni
gefolgt und sind bei 1140 Höhenmetern auch auf seinem Gipfel angekommen. Was
soll man sagen, schöne Aussicht gab es. Ob „Büsche und Kriechgewächse auf
Steinlandschaft“ als „Natur“ durchgehen, naja.
Ob wir in den restlichen Stunden die Kirchen auf dem Rest
des Pfades erreichen würden? Unwahrscheinlich. Also stiegen wir den Berg wieder
hinab und gingen im frischen Automief ganz klassisch entlang der Straße
wenigstens zum Kloster Chrysorrogiatissa. Gegründet wurde es im Jahr 1152 vom
Eremiten Ignatius, der von einem Lichtschein zu einer versteckten Ikone geführt
worden war. Das Kloster ist bekannt für seinen hier gekelterten Weine und die
Werkstatt für Ikonen-Restaurationen. Außerdem besteht es aus einer Kirche im
Innenhof eines zweistöckigen Gebäudes mit Arkaden, einem Weinkeller und einer
schönen Terrasse am Berghang.
Wir beneideten mal wieder die Autotouristen, als wir zur Bushaltestelle
zurückdackelten. Der Gaststättenwirt, bei dem wir noch Flüssigkeit tankten,
erzählte uns, dass am Montag Feiertag sei, nämlich der Grüne Montag. Alle
Zyprioten würden Auswärts essen und zwar nur vegetarisch. Bis auf Oktopus, der
geht auch als Pflanze durch. Und die Busse würden nach Sonntag-Fahrplan fahren.
Super, das heißt im Klartext: so ziemlich nirgendwohin.
Aber wir kamen pünktlich zum Karneval zurück nach Paphos. Am
Hafen war wohl die ganze Umgebung zusammengekommen, denn Paphos kann doch eine
ganze Menge Menschen unterbringen, wenn sie
denn kommen. Und sie kamen, weil wohl alle Schulen, Tanzschulen und Geschäfte
der Stadt bei der Parade vertreten waren: mit bunten Wägen, Tanzeinlagen,
Kostümen und Wedel-Pompeseln. Die Stimmung war dabei sehr ausgelassen, es gab
eine Menge Konfetti und Luftschlangen-Dosen zu kaufen, aber keinen Alkohol.
Abends
verteilte sich die Menge auf die Bars und Cafés (wir kehrten in einer Super-duper Eisdiele ein; hm... leckerlich) und am nächsten Morgen war das
Konfetti von den Straßen gefegt und alles wieder sauber hergerichtet.



