Sonntag, 26. Februar 2017

Stilles Kloster und schriller Karnevall

Auch am nächsten Tag hatten wir ambitionierte Pläne: Nach Panagia sollte es gehen, ins Gebirge hinein, und dann entlang des „Naturpfades“ hin zu Kirchlein und Klösterlein. Der Bus fuhr uns auch hin ins Dorf und lud uns gegen 10.00 Uhr am Museum für Erzbishof Makarios III. ab, erster Präsident der Republik, nach dem in jedem Kaff eine Straße benannt ist. (Der Rest heißt Dionysos-Straße, Aphrodite-Straße, Poseidon-, Apollo-,…) Wir wollten dem Herrn aber nicht huldigen und machten uns auf zum Naturpfad. Die Zeit war schließlich gut bemessen: Der letzte Bus zurück in die Zivilisation fuhr 13:05 Uhr. Aber das sollte ja reichen für so einen 7 km langen… ach, 10 km? Ach, bergauf? Hm… ächtz, schnauf, röchel. Eine Stunde später waren wir den Pfeilen auf den Berg Vouni gefolgt und sind bei 1140 Höhenmetern auch auf seinem Gipfel angekommen. Was soll man sagen, schöne Aussicht gab es. Ob „Büsche und Kriechgewächse auf Steinlandschaft“ als „Natur“ durchgehen, naja. 



Ob wir in den restlichen Stunden die Kirchen auf dem Rest des Pfades erreichen würden? Unwahrscheinlich. Also stiegen wir den Berg wieder hinab und gingen im frischen Automief ganz klassisch entlang der Straße wenigstens zum Kloster Chrysorrogiatissa. Gegründet wurde es im Jahr 1152 vom Eremiten Ignatius, der von einem Lichtschein zu einer versteckten Ikone geführt worden war. Das Kloster ist bekannt für seinen hier gekelterten Weine und die Werkstatt für Ikonen-Restaurationen. Außerdem besteht es aus einer Kirche im Innenhof eines zweistöckigen Gebäudes mit Arkaden, einem Weinkeller und einer schönen Terrasse am Berghang. 


Wir beneideten mal wieder die Autotouristen, als wir zur Bushaltestelle zurückdackelten. Der Gaststättenwirt, bei dem wir noch Flüssigkeit tankten, erzählte uns, dass am Montag Feiertag sei, nämlich der Grüne Montag. Alle Zyprioten würden Auswärts essen und zwar nur vegetarisch. Bis auf Oktopus, der geht auch als Pflanze durch. Und die Busse würden nach Sonntag-Fahrplan fahren. Super, das heißt im Klartext: so ziemlich nirgendwohin. 

Aber wir kamen pünktlich zum Karneval zurück nach Paphos. Am Hafen war wohl die ganze Umgebung zusammengekommen, denn Paphos kann doch eine ganze Menge Menschen unterbringen, wenn  sie denn kommen. Und sie kamen, weil wohl alle Schulen, Tanzschulen und Geschäfte der Stadt bei der Parade vertreten waren: mit bunten Wägen, Tanzeinlagen, Kostümen und Wedel-Pompeseln. Die Stimmung war dabei sehr ausgelassen, es gab eine Menge Konfetti und Luftschlangen-Dosen zu kaufen, aber keinen Alkohol. 



Abends verteilte sich die Menge auf die Bars und Cafés (wir kehrten in einer Super-duper Eisdiele ein; hm... leckerlich) und am nächsten Morgen war das Konfetti von den Straßen gefegt und alles wieder sauber hergerichtet.