Cambridge – die Universität wollten wir uns anschauen. Also,
ich meine natürlich die Stadt. Oder äh… nee, eigentlich nur die Universität.
Denn das 120.000 Seelen-Dorf ist im Prinzip eine Ansammlung echt britischer
Reihenhausstraßen, die alle dieselbe Farbe haben (bis auf die Türen, die dafür
exzentrisch bunt ausfallen) und die v.a. alle dieselben weißen Rollos vor den
Fenstern haben, so dass es aussieht, als sei die Hälfte der Häuser unbewohnt.
Alsdann trabt der Tourist zusammen mit allen anderen
Touristen garantiert in eines der Colleges – diesen historisch wertvollen,
eckigen Höfen, in denen samt und sonders Einlass von 2 Pounds bis zu 9 Pounds
verlangt wird, damit man eine Runde um den very britishen Rasen (nicht betreten!) drehen und die
Fassaden bestaunen darf, um sich wieder zu schleichen.
Geschlichen zu haben schienen sich auch die Cambridger selbst, denn außer den
Guides in Hülle und Fülle sahen eigentlich alle in den Straßen nach Touris aus.
In eines der Colleges muss man natürlich doch rein, auch wenn
man im King’s College genauso wenig von der Uni selbst sieht, wie in allen
anderen. Das King’s College
wurde von König Heinrich VI. im Jahr 1441 gegründet und war ursprünglich als
College für Schüler des Eton College gedacht, welches ebenfalls von ihm
gegründet wurde. In den letzten Jahrhunderten hat sich das College allmählich
geöffnet und gehört nun wohl zu den fortschrittlichsten in Cambridge. Dort
befindet sich die imposante King’s College Chapel, deren Fächerstuckdach man
doch nicht alle Tage sieht.
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| King's College | Kapellen |
Wir drehten ein-zwei Runden durch die Altstadt, deren Colleges in
einer Handvoll Straßen liegen, die in einem Halbkreis vom Fluss Cam begrenzt
werden. Auf diesem tummeln sich die
Punts (Gondeln), deren Profi-Punteure nicht immer einen Zusammenstoß mit Amateur-Punteuren
verhindern können. Im Park dahinter gab’s auch echte Kühe, die bei manchen
Touristen ebenfalls als Attraktion durchgingen. Alles in Allem ist Cambridge
also überschaubar und irgendwie in der Zeit stehen geblieben, so dass es heute
ein bisschen als Spielzeugstadt daherkommt.
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| Cambridge | Cam mit den vielen, vielen, vielen Punts darauf. |

