Dienstag, 30. August 2016

Cambridge (27.08.2016)


Cambridge – die Universität wollten wir uns anschauen. Also, ich meine natürlich die Stadt. Oder äh… nee, eigentlich nur die Universität. Denn das 120.000 Seelen-Dorf ist im Prinzip eine Ansammlung echt britischer Reihenhausstraßen, die alle dieselbe Farbe haben (bis auf die Türen, die dafür exzentrisch bunt ausfallen) und die v.a. alle dieselben weißen Rollos vor den Fenstern haben, so dass es aussieht, als sei die Hälfte der Häuser unbewohnt.

Alsdann trabt der Tourist zusammen mit allen anderen Touristen garantiert in eines der Colleges – diesen historisch wertvollen, eckigen Höfen, in denen samt und sonders Einlass von 2 Pounds bis zu 9 Pounds verlangt wird, damit man eine Runde um den very britishen Rasen (nicht betreten!) drehen und die Fassaden bestaunen darf, um sich wieder zu schleichen. Geschlichen zu haben schienen sich auch die Cambridger selbst, denn außer den Guides in Hülle und Fülle sahen eigentlich alle in den Straßen nach Touris aus.

In eines der Colleges muss man natürlich doch rein, auch wenn man im King’s College genauso wenig von der Uni selbst sieht, wie in allen anderen. Das King’s College wurde von König Heinrich VI. im Jahr 1441 gegründet und war ursprünglich als College für Schüler des Eton College gedacht, welches ebenfalls von ihm gegründet wurde. In den letzten Jahrhunderten hat sich das College allmählich geöffnet und gehört nun wohl zu den fortschrittlichsten in Cambridge. Dort befindet sich die imposante King’s College Chapel, deren Fächerstuckdach man doch nicht alle Tage sieht.   

King's College | Kapellen
Wir drehten ein-zwei Runden durch die Altstadt, deren Colleges in einer Handvoll Straßen liegen, die in einem Halbkreis vom Fluss Cam begrenzt werden. Auf diesem tummeln sich die Punts (Gondeln), deren Profi-Punteure nicht immer einen Zusammenstoß mit Amateur-Punteuren verhindern können. Im Park dahinter gab’s auch echte Kühe, die bei manchen Touristen ebenfalls als Attraktion durchgingen. Alles in Allem ist Cambridge also überschaubar und irgendwie in der Zeit stehen geblieben, so dass es heute ein bisschen als Spielzeugstadt daherkommt.

Cambridge | Cam mit den vielen, vielen, vielen Punts darauf.