| 101 Fayerweather St, Cambridge, MA (1. Advent, ca. 18:00) |
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| Rund um Fresh Pond (1. Advent, ca. 18:10) |
| Maleerisch :) (1. Advent, ca 18:25) |
Es war also ungemütlich kalt, nass und windiglich als der erste große Streik der "studentischen" Beschäftigten (grad-student workers), also eigentlich der Doktorandinnen und Doktoranden mit Lehrverpflichtung, begann. Der zweite große Streik in den USA an einer Universität wie Harvard überhaupt (nach der Columbia University in New York City 2018).
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| Offizielles Streikplakat |
1. Eine angemessene Bezahlung, um ein Leben in Boston und Umgebung finanzieren zu können; schließlich seien die Löhnen nur um 1,5% gestiegen (in den letzten drei Jahren), die Mieten im WEITEN Umkreis der Stadt um 5% (und das alleine im letzten Jahr). Dazu muss man auch wissen, dass es kein Tarifrecht gibt; alle Gehälter werden individuell bei Einstellung verhandelt, auch die des akademischen Mittelbaus.
2. Eine bessere Zahn- und allgemeine Gesundheitsversorgung. Eine allgemeine Pflichtkrankenversicherung gibt es in den USA ja nicht. Außerdem soll die Kinderbetreuung von Harvardangestellten möglich werden. Bei einem Monatsbeitrag von 2,000 $ pro Kind können sich nämlich viele der jungen Wissenschaftler*innen einen Kindergartenplatz schlicht nicht leisten.
3. Eine außeruniversitäre Anlaufstelle für Opfer sexueller Belästigung soll als legale Möglichkeit der Beschwerde und Anzeige eingerichtet und als solche von der Universität anerkannt werden. Bis jetzt gilt nämlich, dass nur die interne Beratungsstelle rechtliche Schritte einleiten kann, wenn Harvardangestellte als Täter identifiziert werden. Irgendwie scheint Harvard in dieser Frage so eine Art eigenen Rechtsraum darzustellen... Aktuell wurde das Anliegen im letzten Jahr, als öffentlich bekannt wurde, dass die Unileitung einen Professor jahrelang gedeckt hatte, um die Reputation der Einrichtung nicht zu gefährden, obwohl gegen ihn Anzeige bei dem internen Gremium gestellt worden ist - und zwar von insgesamt 14 Frauen. (Mann-o-Mann)
Der Campus in seiner weißen Pracht bot also die Kulisse und ich war mit dabei, ist ja klar. Den Räumfahrzeugen, die den Schnee nicht auf Haufen kippten, sondern tatsächlich abtransportierten, um ihn irgendwo in der Pampa abzuladen, sei Dank, dass der Harvard-Yard, also der Haupt-Innenhof, mehr oder weniger begehbar war.
| Durch den Neumatsch... Die 10 cm Schnee, die da liegen, sind zwischen 8:00 Uhr und 9:20 morgens gefallen. Das geräumte Zweitageschneevolumen liegt mittlerweile außerhalb Bostons. |
Vorbrüller mit Mikrophon: "What do we want?" (was wollen wir?)
Alle im Chor: "Contract" (Vertrag)
Vorbrüller mit Mikrophon: "When do we want it?" (wann wollen wir ihn?)
Alle im Chor: "Now!" (Jetzt)
Vorbrüller mit Mikrophon: "If we don't get it?" (Wenn wir ihn nicht bekommen?)
Alle im Chor: "Shut it down!" (Schließt es! - also Harvard)
Vorbrüller mit Mikrophon: "What's up?" (Was ist um?)
Alle im Chor: "Time's up!" (Zeit ist abgelaufen)
usw. usf.
Um nicht völlig zu erfrieren, bewegte sich die Truppe über drei Stunden lang im Parolenrhythmus im Dreieck (freigelatschte Route im Hof). Der Schnee wurde zu wadentiefen Pfützen zertreten, so dass ich wirklich froh war, mir doch Winterschuhe a la Ostküste Neuenglands zugelegt zu haben. Erst gegen 12:30 Uhr begannen die Redner ihre Reden zu schwingen und das Gefrieren im Stillstand ging los. Irgendwann konnten auch die besten Winterschuhe nicht mehr verhindern, dass Zehen nicht mehr zu spüren waren.
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| (@Harvard Graduate Students Union - UAW, Facebook-Seite) |
| Harvard Graduate Student Union streikt... |
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| (@Harvard Graduate Students Union - UAW, Facebook-Seite) |
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| Am Nachmittag war das umgehängte Streikschild schon wieder verschwunden. (rechts: Handy) |
Hier sollte jetzt auch ein Video zu sehen sein :)
Wer erkennt mich?
04. Dezember 2019
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| Ein weiterer Schneemann wurde errichtet. Die Sonnenbrille hätte der Mann nicht gebraucht... |
05. Dezember 2019
Da am Mittwoch kein neues Angebot der Hochschule vorgelegen hat, ging der Streik im Hof weiter. So auch heute, als ich wieder mit dabei war (diesmal mit einem Extrapaar Socken!). Ob das Ambiente wirklich für einen Heiratsantrag geeignet ist, bleibt wohl Geschmacksache. Die Dame hat jedenfalls "Ja" gesagt :)
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| "Ja" |







